Kärntner Wirtschaftskammer 2 - Zumutbarkeit im Gesetz verankert

Klagenfurt (APA) - Die Kärntner Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger hat in Reaktion auf eine Pressekonferenz der Wirtschaftskammer Kär...

Klagenfurt (APA) - Die Kärntner Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger hat in Reaktion auf eine Pressekonferenz der Wirtschaftskammer Kärnten auf die bis zu zehnjährigen Übergangsfristen für Unternehmer bei der Herstellung der Barrierefreiheit verwiesen. Außerdem nehme das Gesetz aus dem Jahr 2006 sehr wohl Rücksicht auf andere rechtliche Beschränkungen wie den Denkmalschutz und die wirtschaftliche Zumutbarkeit.

Laut Scheiflinger leben heute 20 Prozent aller Menschen mit unterschiedlich schwer ausgeprägten Behinderungen, „eine sehr große potenzielle Kundengruppe“. Dennoch wüssten einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter 100 Kärntner Unternehmen zufolge drei Viertel der Betriebe nichts von den Auflagen durch das Behindertengleichstellungsgesetz.

Angesprochen auf den Vorschlag im konkreten Fall eines Klagenfurter Juweliers, vor der 11,5 Zentimeter hohen Stufe an der Eingangstür eine Klingel zu installieren, reagierte Scheiflinger reserviert. „Sonderregelungen“, die dann nur von Menschen mit Behinderung in Anspruch genommen werden, seien nicht zu empfehlen. „Grundsätzlich fordere ich eine umfassende Barrierefreiheit. Im Einzelfall, wenn das nicht möglich ist, muss man sich anschauen, was eine Verbesserung bringt“, so die Behindertenanwältin. Auch ein zweiter, barrierefreier Eingang wäre eine Fortführung der Diskriminierung.

~ WEB http://wko.at ~ APA408 2014-08-12/16:23


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