Irakischer Militärhubschrauber bei Hilfseinsatz für Jesiden abgestürzt

Der Pilot kam ums Leben, rund 20 weitere Insassen, unter ihnen eine jesidische Abgeordnete des irakischen Parlaments, seien verletzt worden.

Tausende Jesiden hatten ihre Heimatorte in Richtung Sinjar-Gebirge verlassen, nachdem die Terrormiliz IS große Gebiete in der Region eingenommen hatte.
© REUTERS

Bagdad - Ein irakischer Militärhelikopter ist nach Armeeangaben bei einem Hilfseinsatz für jesidische Flüchtlinge in den Sinjar-Bergen abgestürzt. Der Hubschrauber habe Hilfsgüter in den von den Jihadisten belagerten Gebirgszug gebracht, sei beim Start zum Rückflug aber abgestürzt, da sich zu viele Flüchtlinge hinein gedrängt hätten, sagte ein Armeeoffizier am Dienstag.

Demnach wurde der Pilot bei dem Unglück getötet, eine jesidische Abgeordnete wurde verletzt. Auch ein mitreisender Journalist der „New York Times“ erlitt laut der US-Zeitung Verletzungen bei dem Absturz.

US-Drohnen zerstören Mörserstellung der Jihadisten

Das US-Zentralkommando teilte derweil mit, US-Drohnen hätten eine Mörserstellung der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) nördlich der Stadt Sinjar zerstört. Die Mörser hätten auf kurdische Einheiten gefeuert, die jesidische Flüchtlinge verteidigten, die sich in Sicherheit zu bringen versuchten.

Die US-Armee hatte vergangene Woche auf Anordnung von Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen die Jihadisten gestartet, um ihren Belagerungsring um die Sinjar-Berge zu durchbrechen und ihr Vorrücken auf die Kurdenhauptstadt Erbil zu stoppen.

Nach der Einnahme der Stadt Sinjar durch die Jihadisten waren zehntausende Jesiden in die nahegelegenen Berge geflohen. Zwar gelang es mehreren Gruppen mit Hilfe der kurdischen Milizen, sich über Syrien in die Kurdengebiete in Sicherheit zu bringen. Doch sitzen weiter Tausende Menschen ohne ausreichend Essen oder Wasser in den kargen Bergen fest. Die US-Luftwaffe ebenso wie irakische und britische Flugzeuge warfen Hilfspakete für die Vertriebenen ab. Laut dem Pentagon flog die Luftwaffe zuletzt täglich 50 bis 60 Kampf- und Hilfseinsätze. (APA/AFP/dpa)


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