Telekom-Aufsichtsrat im Zeichen der Bulgarien-Abschreibungen

Wien/Mexiko-Stadt (APA) - Der heutige Telekom Austria-Aufsichtsrat im Vorfeld der morgigen Halbjahresbilanz und der übermorgigen außerordent...

Wien/Mexiko-Stadt (APA) - Der heutige Telekom Austria-Aufsichtsrat im Vorfeld der morgigen Halbjahresbilanz und der übermorgigen außerordentlichen Hauptversammlung soll dem Vernehmen nach unspektakulär verlaufen sein. „Es ging nur um die Zahlen“, so ein Teilnehmer zur APA. Analysten erwarten morgen die Bekanntgabe eines Riesenverlustes nach einer 400 Mio.-Euro-Abschreibung in Bulgarien.

Bei der Telekom stehen durch die Übernahme der alleinigen Kontrolle durch die mexikanische America Movil umfangreiche Änderungen im Aufsichtsrat an, diese sollen heute aber kein Thema gewesen sein. Über die Neubesetzungen stimmen am Donnerstag die Aktionäre in der außerordentlichen Hauptversammlung ab. Weiters geht es um eine Kapitalerhöhung um 1 Mrd. Euro - der Zeitplan dafür ist aber noch offen.

Ebenfalls auf der Tagesordnung der Hauptversammlung stehen insgesamt mehr als 5 Mio. Euro schwere Vergleiche mit den ehemaligen Telekom-Vorständen Rudolf Fischer und Stefano Colombo. Beide wurden, nicht rechtskräftig, in dem Prozess um eine Kursmanipulation der Telekom-Aktien zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Rechtliches Ungemach gibt es aber auch für den aktuellen Vorstand. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ermittelt nach der Bekanntgabe der 400 Mio. Euro-Abschreibung wegen einer Verletzung der Ad-hoc-Pflicht. Laut FMA-Sprecher Klaus Grubelnik geht die Behörde der Vermutung nach, dass die Probleme in Bulgarien nicht erst seit kurzem bekannt sein könnten und die Telekom deshalb viel früher hätte informieren müssen, so der Behördensprecher Ende Juni.

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Der „Standard“ berichtet in seiner Mittwochausgabe, dass auch die Causa rund um die Einmietung der Telekom in das Burgtheater während der Fußballeuropameisterschaft Euro2008 für juristischen Ärger sorgt. Nach einer Anzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft. Konkret geht es um den Vorwurf, dass die Telekom das als SPÖ-nahe geltende Echo-Medienhaus bei der Einmietung zwischengeschaltet hat, obwohl es dieses gar nicht benötigte. Die Telekom soll dann dem Medienhaus ein vielfaches von deren Mietkosten gezahlt haben, so die Zeitung mit Verweis auf einen „Kronzeugen“. Echo weist dies zurück.

~ ISIN AT0000720008 WEB http://www.telekomaustria.com

http://www.oiag.at

http://www.americamovil.com/amx/en/ ~ APA479 2014-08-12/18:53


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