Ukraine-Krise - Russland ruft Berlin zu Unterstützung für Hilfe auf

Berlin/Moskau (APA/dpa/AFP) - Im Ringen um Hilfslieferungen in die umkämpfte Ostukraine hat Russland die deutsche Regierung zur Unterstützun...

Berlin/Moskau (APA/dpa/AFP) - Im Ringen um Hilfslieferungen in die umkämpfte Ostukraine hat Russland die deutsche Regierung zur Unterstützung aufgerufen. Außenminister Sergej Lawrow forderte seinen Kollegen Frank-Walter Steinmeier in einem Telefonat am Dienstag auf, alles für einen Erfolg der Hilfsaktion zu tun.

Lawrow sagte nach Angaben seines Ministeriums, Russland habe seinen Konvoi in Übereinstimmung mit der ukrainischen Führung und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ins Krisengebiet geschickt. Es sei mit der Ukraine vereinbart worden, dass der Konvoi nahe der russischen Stadt Schebekino die Grenze passiere, hieß es in einer Ministeriumsmitteilung. Anschließend sollten die 260 Lkw unter Aufsicht des IKRK ihre Fahrt in die Regionen Donezk und Lugansk (Luhansk) fortsetzen.

Russland erwarte „die volle Kooperation der ukrainischen Seite“, um einen sicheren Transport der Hilfsgüter zu gewährleisten, hieß es weiter. Russland habe alle Auflagen der ukrainischen Seite erfüllt, daher seien die öffentlichen Äußerungen der Führung in Kiew unverständlich, erklärte das russische Außenministerium.

Insgesamt hat Russland nach eigenen Angaben 2.000 Tonnen Hilfsgüter losgeschickt. Die Ukraine besteht aber darauf, dass sie nur unter internationaler Kontrolle ins Land gelangen. Der Konvoi sollte am Mittwoch in der Grenzregion eintreffen.

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Nicht nur Kiew, sondern auch westliche Politiker fürchten, dass der Konvoi ein Vorwand Moskaus zur Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine sein könnte. Frankreichs Präsident Francois Hollande warnte den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag erneut vor einseitigen Hilfslieferungen ohne die Zustimmung Kiews.

Auch der deutsche Außenminister Steinmeier forderte alle Beteiligten auf, „transparent“ vorzugehen. Die Menschen in der Ostukraine seien „in großer Not“ und auf Hilfe von außen angewiesen, sagte er der „Bild“-Zeitung (Mittwochsausgabe). Er sprach sich für eine Koordinierung durch das Rote Kreuz und die UNO aus.

In der Ostukraine bekämpfen sich seit Monaten Regierungstruppen und Aufständische, die sich vor allem in den selbsterklärten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk verschanzt halten. Die Menschen in der Region leiden infolge der Gefechte auch unter mangelnder Strom- und Wasserversorgung. Kiew wirft der Regierung in Moskau vor, die Separatisten mit Waffen und Kämpfern zu unterstützen, die heimlich über die Grenze eingeschleust würden.


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