Ebola - Kanada stellt WHO experimentellen Ebola-Impfstoff bereit

Ottawa/Freetown/Conakry (APA/Reuters) - Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika stellt Kanada der Weltgesundheitsorganisation WHO ei...

Ottawa/Freetown/Conakry (APA/Reuters) - Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika stellt Kanada der Weltgesundheitsorganisation WHO einen Impfstoff zur Verfügung, der noch in der Erprobungsphase ist. Dabei gehe es um 800 bis 1.000 Dosen des in staatlichen Laboren entwickelten Arzneimittels, sagte Gesundheitsministerin Rona Amborse am Dienstag.

Es sei bereits erfolgreich an Affen getestet worden, aber noch nie an Menschen, sagte ein Sprecher der kanadischen Gesundheitsbehörde. Die ersten Dosen würden wahrscheinlich Ärzten und Pflegepersonal verabreicht werden. In vier bis sechs Monaten könne eine größere Menge des Mittels hergestellt werden. Die WHO hatte sich zuvor für den Einsatz kaum erprobter Wirkstoffe zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie ausgesprochen.

Es sei unter bestimmten Voraussetzungen ethisch vertretbar, auf solche Medikamente oder Impfstoffe im Kampf gegen die tödliche Seuche zurückzugreifen, erklärte die WHO am Dienstag in Genf. Sie hatte Beratungen zu dieser Frage angesetzt, nachdem zwei amerikanische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mit dem experimentellen Test-Serum Mittel ZMapp der kleinen kalifornischen Biotech-Firma Mapp Biopharmaceutical behandelt wurden. Sie hatten sich in Liberia angesteckt.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch ist der bisher schwerste der Geschichte. Die WHO hat bereits den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Inzwischen stieg die Zahl der Todesopfer in Westafrika auf mindestens 1.013. Das Virus führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Ein zugelassenes Heilmittel gibt es bisher noch nicht. Und bis heute wurde zudem kein Ebola-Medikament oder -Impfstoff in größerem Umfang am Menschen getestet.


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