Irak-Kämpfe - USA wollen Yesiden aus Sinjar-Bergen retten

Bagdad/Washington/Honiara (APA/AFP/dpa) - Die USA suchen nach Möglichkeiten, die bis zu 30.000 von Islamisten eingekreisten Zivilisten aus d...

Bagdad/Washington/Honiara (APA/AFP/dpa) - Die USA suchen nach Möglichkeiten, die bis zu 30.000 von Islamisten eingekreisten Zivilisten aus dem irakischen Sinjar-Gebirge in Sicherheit zu bringen. „Genau das prüfen wir gerade“, sagte US-Außenminister John Kerry am Mittwoch bei einem Besuch auf den südpazifischen Salomonen. Eine sehr rasche und kritische Prüfung sei im Gange, „denn es ist sehr dringend“.

Die US-Armee hatte vergangene Woche auf Anordnung von Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen die Jihadisten-Organisation Islamischer Staat (IS) gestartet, um deren Belagerungsring um die Sinjar-Berge zu durchbrechen und den Vormarsch auf Erbil zu stoppen. Laut dem Pentagon flog die Luftwaffe zuletzt täglich 50 bis 60 Kampf- und Hilfseinsätze. Neben der US-Luftwaffe werfen auch irakische und britische Flugzeuge Hilfspakete ab.

Am Dienstag kündigte Verteidigungsminister Chuck Hagel an, es würden überdies weitere 130 Militärberater in den Nordirak geschickt. Diese seien bereits am Dienstag in Erbil im Nordirak angekommen, sagte Hagel dem Politikportal „Politico.com“. Die Berater sollten feststellen, welche weiteren Schritte beim humanitären Einsatz zum Schutz der Yesiden unternommen werden können, sagte Hagel einer Rede vor Marineinfanteristen in Camp Pendleton in Kalifornien. An Kampfhandlungen sollen sie seinen Angaben zufolge nicht beteiligt werden. Die USA würden keine Kampftruppen entsenden, bekräftigte Hagel. Mit der Entsendung der Militärberater steigt die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten auf fast tausend.

Die Vereinten Nationen hatten am Dienstag gewarnt, in dem Gebirge seien noch 20.000 bis 30.000 Menschen abgeschnitten, insbesondere Mitglieder der religiösen Minderheit der Yesiden. Die UN-Expertin für die Rechte von Minderheiten, Rita Izsak, erklärte, „binnen Tagen, wenn nicht Stunden drohen Massengräuel und ein möglicher Völkermord“.

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