1914/2014 - Zehntausende Pilger bei Papst-Besuch in Friaul erwartet

Redipuglia (APA) - Zehntausende Pilger werden am 13. September anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus an den Orten der blutigen Isonzo-...

Redipuglia (APA) - Zehntausende Pilger werden am 13. September anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus an den Orten der blutigen Isonzo-Schlachten des Ersten Weltkriegs im friaulischen Redipuglia erwartet. Gerechnet wird mit vielen Gläubigen aus Österreich und Slowenien.

„Der Papst will mit seinem Besuch der Gedenkstätte von Redipuglia in der Provinz Görz und des österreichischen-ungarischen Soldatenfriedhofs in Fogliano allen Opfern des Ersten Weltkriegs gedenken. Bischöfe aus Österreich, Slowenien und anderen am Weltkrieg beteiligten Ländern sind eingeladen, mit dem Papst eine Messe an der Gedenkstätte zu zelebrieren“, berichtete der Erzbischof von Görz, Carlo Redaelli, im Gespräch mit der APA.

Der Papst, der auf dem Triester Flughafen Ronchi dei Legionari eintrifft, wird zum Beginn seines Friaul-Aufenthalts den österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof in Fogliano besuchen. Hier soll er von Mitgliedern des Schwarzen Kreuzes empfangen werden. „Der Papst will allein im Friedhof beten“, berichtete der Erzbischof. Auf dem schlichten Kriegsfriedhof von Fogliano wurden zwischen Mai 1915 und Oktober 1917 rund 14.550 in den Isonzo-Schlachten gefallene österreichisch-ungarische Soldaten beigesetzt.

Nach dem Gebet auf dem von Zypressen umrahmten Friedhof wird der Heilige Vater mit dem „Papamobil“ die kurze Strecke bis zur Gedenkstätte von Redipuglia fahren. Hier soll die große Messe vor tausenden Pilgern zelebriert werden. Der Militärfriedhof ist die letzte Ruhestätte für rund 100.000 italienischen Soldaten. Im Gefallenenverzeichnis finden sich laut Erzbischof Redaelli vier Personen mit dem Familiennamen des Papstes Bergoglio. „Wir dachten anfangs, es könne sich bei einem der gefallenen Soldaten um einen Großvater des Papstes handeln. Doch der Heilige Vater berichtete, sein Großvater habe zwar am Piave gekämpft, sei jedoch mit dem Leben davon gekommen“, sagte Redaelli.

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Für den Besuch an den Orten des Ersten Weltkriegs habe Franziskus die Einladung vieler Ortschaften in Trentino Südtirol erhalten. Er habe sich jedoch für den Besuch in Redipuglia entschieden, weil sich hier die größte Zahl an gefallenen Soldaten befinde. Die internationale Dimension des Konflikts sei hier besonders evident, sagte Redaelli. Vertreter aus 40 am Weltkrieg beteiligten Ländern werden anlässlich des Papst-Besuches in Friaul erwartet.

Der italienische Faschistenführer Benito Mussolini ließ 1938 in Redipuglia das größte Kriegerdenkmal Europas errichten, das jedes Jahr das Ziel tausender Besucher ist. Der Soldatenfriedhof führt in 22 Terrassen einen Hügel hinauf, der im Ersten Weltkrieg heiß umkämpft war. Obwohl er nur leicht ansteigt, ermöglicht der Hügel es, von seiner Anhöhe aus im großen Umkreis den westlichen Zugang zu den ersten Erhebungen der Hochebene des Karsts zu beherrschen. Die Terrassen stellen symbolisch einen riesigen Soldatenantritt dar, an dessen höchstem Punkt sich drei helle Kreuze erheben.


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