Kosovo - Anklage wegen Anstiftung zu Kriegsverbrechen gegen Ivanovic

Belgrad (APA) - Gegen Oliver Ivanovic, einen im Jänner festgenommenen Spitzenpolitiker in dem von Serben bewohnten Nordkosovo, wurde laut Me...

Belgrad (APA) - Gegen Oliver Ivanovic, einen im Jänner festgenommenen Spitzenpolitiker in dem von Serben bewohnten Nordkosovo, wurde laut Medienberichten Anklage erhoben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Tanjug am Dienstagabend. EULEX-Sprecherin Dragana Nikolic Solomon bestätigte die Anklage von fünf kosovarischen Serben durch die Sonderstaatsanwaltschaft, nannte jedoch keine weiteren Details.

Ivanovic, Chef der Partei „Freizeit, Demokratie, Gerechtigkeit“, einer der führenden Kräften im Norden des Kosovo, muss sich Medienberichten zufolge wegen Anstiftung zu Kriegsverbrechen im April 1999 und der Mittäterschaft an einem Mord und einem versuchten Mord im Februar 2000 verantworten. Ivanovic soll zudem an der Vertreibung von Albanern aus Nord-Mitrovica beteiligt gewesen sein. Zehn Personen waren ums Leben gekommen.

Der nun 61-jährige Politiker war kurz nach dem Kriegsende im Kosovo (Juni 1999) eine Zeit lang Anführer der sogenannten „Brückenwächter“, jener nationalistischer Serbengruppe, die die aus dem Südteil der Stadt Mitrovica kommenden Albaner an der Ibar-Brücke daran hinderten, den Nordteil zu betreten. Zwischen 2004 und 2007 war Ivanovic im kosovarischen Parlament aktiv, um daraufhin Staatssekretär in Serbiens Kosovo-Ministerium zu werden. An den kosovarischen Parlamentswahlen im Juni war die Partei von Ivanovic im Bündnis mit der von Belgrad gebildeten Partei „Serbische“ beteiligt.

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