Die Peschmerga - Hoffnung für von IS-Terrormiliz bedrängte Iraker

Bagdad (APA) - Auf ihnen ruhen die Hoffnungen der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bedrängten Menschen im Irak: Den „Peschmerga“...

Bagdad (APA) - Auf ihnen ruhen die Hoffnungen der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bedrängten Menschen im Irak: Den „Peschmerga“. Sie bilden die Armee des kurdischen Autonomiegebiets. Im übertragenen Sinn bedeutet „Peschmerga“ (pesch: „vor“, Merg: „Tod“): „Die dem Tod ins Auge blicken“. Viele Kämpfer tragen weite Hosen, dicke Gürtel und Turbane.

Verschiedenen Quellen zufolge umfasst die Peschmerga-Armee zwischen 130.000 und 200.000 Soldaten. Allerdings ist die Truppe durch politische Rivalitäten zwischen den beiden größten Parteien, der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), geschwächt.

Laut der Denkfabrik Washington Institute besteht die eigentliche Armee aus lediglich 33.000 Mann, 30.000 weitere bewaffnete Kräfte unterstehen dem kurdischen Innenministerium und sind mit Polizeikräften zu vergleichen, schreibt „Spiegel Online“.

Die Peschmerga sind vor allem mit leichtem Kriegsgerät ausgerüstet. Das schwere Kampfmaterial der Truppe ist weitgehend veraltet. Es handelt sich um erbeutete Panzer, Transportfahrzeuge und Panzerabwehrsysteme aus der Ära Saddam Husseins, gegen den die Peschmerga jahrzehntelang kämpften. Bis auf wenige Helikopter haben die Peschmerga auch keine Luftwaffe.

Die Front zwischen den IS-Terroristen und den Peschmerga ist mehrere hundert Kilometer lang. In großen Teilen ist das Gelände flach und schlecht zu sichern. Die kurdischen Kämpfer sind aber derzeit die einzigen, die den radikalislamischen Fanatikern ernsthaften militärischen Widerstand entgegensetzen. Sie haben auch für die Rettung Zehntausender Yeziden aus dem Sinjar-Gebirge gesorgt.

Die Rufe nach westlicher Waffenhilfe für die Peschmerga werden deshalb immer lauter. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen: Die Situation im Irak sei so unübersichtlich, dass es keine Kontrolle über den Verbleib gelieferter Waffen gebe, meinen einige Politiker und Experten.

Zudem gibt es ein weiteres politisches Problem. Die historischen Wurzeln der Peschmerga reichen zurück bis in die Zeit des Unterganges des Osmanischen Reiches und stehen in Zusammenhang mit den Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden. Deren Hauptsiedlungsgebiete liegen im Irak, in der Türkei, in Syrien und im Iran. Bei einem militärischen Erstarken der Kurden könnten neue Krisenherde in einer ohnehin schon explosiven Region entstehen.


Kommentieren