Ukraine Krise - Kiew will Hilfskonvoi nicht ins Land lassen

Moskau/Kiew (APA/AFP/Reuters) - Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow hat am Mittwoch angekündigt, dass der russische Hilfskonvoi die G...

Moskau/Kiew (APA/AFP/Reuters) - Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow hat am Mittwoch angekündigt, dass der russische Hilfskonvoi die Grenze zu seinem Land nicht passieren und weiter in die Sadt Charkiw (Charkow) dürfe. Dies sagte Awakow laut seinem Facebook-Account. Ungeachtet von Vorbehalten aus Kiew und dem Westen ist ein russischer Konvoi mit 262 Lastwagen am Mittwoch weiter Richtung Ukraine gerollt.

Awakow sagte, der Hilfskonvoi sei eine Provokation eines zynischen Aggressors“. Auf russischer Seite will man die Fahrzeuge weiter rollen lassen, zumindest bis zur Grenze. „Der Konvoi hat seinen Weg fortgesetzt“, sagte ein Sprecher des russischen Notfallministeriums am Mittwoch.

Nach Fernsehberichten müssen die Lastwagen, die laut russischen Angaben mit Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung in der umkämpften Ostukraine beladen sind, bis zur Grenze 500 Kilometer zurücklegen. Die Nacht verbaxchte der Konvoi in Woronesch, am Dienstag war man südlich von Moskau gestartet. Die Fahrzeuge würden am Abend am Kontrollpunkt Schebekino-Pletnewka erwartet, hieß es in den Berichten.

Der Grenzposten liegt zwischen der südrussischen Region Belgorod und dem nordostukrainischen Charkiw, das von Regierungstruppen kontrolliert wird. „Der Weg ist weit, es ist ein bisschen hart, aber wie könnten wir unseren slawischen Brüdern nicht zu Hilfe kommen“, sagte einer der Lastwagenfahrer dem staatlichen Sender Rossija. In der russischen Presse wurde der Start des Konvois am Mittwoch enthusiastisch begleitet. „Drei Kilometer Hilfe“, titelte die amtliche Zeitung „Rossijskaja Gaseta“.

Kiew und der Westen befürchten, dass der Konvoi ein Vorwand Moskaus zur Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine sein könnte. Frankreichs Präsident François Hollande warnte den russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag erneut vor einseitigen Hilfslieferungen ohne die Zustimmung Kiews. Auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderte alle Beteiligten auf, „transparent“ vorzugehen.

Die Ukraine hatte am Dienstag ausgeschlossen, die russischen Lkw ins Land zu lassen, und die Verladung auf andere Lastwagen unter Aufsicht des Roten Kreuzes gefordert. Zwar hat sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) tatsächlich angeboten, die Hilfsgüter zu den Menschen in die umkämpften Gebiete zu bringen. Doch nach Angaben des IKRK hat Russland bislang keine Angaben zu Art und Umfang der Hilfslieferungen gemacht. Zudem fehlten die Sicherheitsgarantien der Konfliktparteien, um eine Verteilung von Hilfsgütern zu ermöglichen, sagte eine Sprecherin der Organisation in Genf.


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