Vor 2.000 Jahren 2 - Vorahnung seines Todes

Rom (APA) - Im Alter von 75 Jahren, offenbar in Vorahnung seines Todes, verließ Augustus ein letztes Mal Rom und begab sich nach Kampanien, ...

Rom (APA) - Im Alter von 75 Jahren, offenbar in Vorahnung seines Todes, verließ Augustus ein letztes Mal Rom und begab sich nach Kampanien, zunächst in die Bucht von Neapel. Er wollte seinen Stiefsohn und designierten Nachfolger Tiberius auf dessen Reise nach Illyrien bis Benevent begleiten, doch starb er am 19. August 14 n.Chr. in einem Haus in Nola.

Laut seinem Biographen Suetonius war im gleichen Zimmer schon sein Vater Oktavius gestorben. Dass er der Nachwelt als Retter und Welteroberer in Erinnerung bleiben wollte, zeigte sich in seinen angeblich letzten Worten: „Wenn ich meine Rolle gut gespielt habe, dann klatscht Beifall. Die Komödie ist zu Ende“.

Für seine Beisetzung hatte Augustus genaue Anweisungen hinterlassen. Die Zeremonien sollten den Fokus auf seine militärischen Erfolge lenken. Sein Leichnam wurde mit einem Pompa Funebris (Begräbniszug) nach Rom gebracht, auf dem Campus Martus (Marsfeld) im Nordosten der Stadt eingeäschert, die Urne in dem von ihm Jahre zuvor (vermutlich knapp vor oder knapp nach der Seeschlacht von Actium 31 v. Chr.) errichteten Mausoleum beigesetzt. Suetonius berichtet von einem Mausoleum, während andere Autoren, so der Augustus weniger geneigte Tacitus, von einem Tumulus (Hügel) sprechen.

Einen Monat nach Augustus Tod beschloss der Senat, den Verstorbenen unter die römischen Staatsgötter zu versetzen. Davor war die Verehrung eines Römers als Gott ausgeschlossen. Als Pontifex maximus (Oberster Priester) war Augustus selbst für das Wohl der Götter verantwortlich und wollte daher nicht wie ein solcher verehrt werden.

Schon zu Lebzeiten hatte der Senat ihm andere Ehren erwiesen: Die Umbenennung des Monats Sextilis in August(us) 8 v. Chr. und die Verleihung des Titels Pater Patriae (Vater des Vaterlandes) 2 v. Chr. Zeitlebens war er bemüht gewesen, sich nicht als unnahbar oder von den Menschen entrückt auf den Palatin (Hügel mit den Kaiserpalästen in Rom) zurückzuziehen und sich seines sakralen Nimbus zu erfreuen. Vielen Berichten zufolge mischte er sich ungezwungen unter das Volk, saß manchmal bei einfachen Leuten in ihren bescheidenen Häusern und nahm teil an ihren Vergnügungen.

Augustus gab sich aber auch Mühe, die Erinnerung an ihn durch das geschriebene Wort zu bewahren. Er hinterließ einen von ihm selbst verfassten Tatenbericht, den „Res Gestae divi Augusti“ (Taten des vergöttlichten Augustus), in dem er auf seine militärischen Eroberungen und auf seine vielen Wohltaten für die Römer hinweist. Die Inschrift wurde einst auf zwei großen Bronzetafeln neben seinem Mausoleum gezeigt. Kopien wurden an mehreren Orten Kleinasiens gefunden , die vollständigste mit einer griechischen Übersetzung an einer Tempelwand in Ankara, weshalb das Werk auch als Monumentum Ancyranum bezeichnet wird. Eine moderne Kopie befindet sich an den Außenmauern des Ara Pacis-Museums in Rom.

Der Grund, dass die Erinnerung an Augustus noch immer so lebendig ist, liegt am Geschick und Weitblick, mit dem er Problemen, die auch heute noch bestehen, anging. In einem kulturell und ethnisch vielfältigen Reich wie dem Imperium Romanum gelang es ihm, ein Gefühl der Gemeinschaft zu erzeugen, wozu auch religiöse Toleranz wesentlich beitrug. Er erkannte bereits in Gang befindliche Umwälzungen und gestaltete sie aktiv mit, wobei er Tradition und Innovation kombinierte und höchstpersönlich Veränderungen veranlasste.

Trotzdem gibt es auch 2.000 Jahre nach seinem Tod noch offene Fragen betreffend seiner Rolle in der römischen Politik. War Augustus ein Meister der Täuschung, ein machiavellistischer Intrigant, ein charismatischer Führer des Volkes oder ein Meister der Improvisation, der sich immer wieder auf Neue den sich rapide veränderten Umständen anzupassen wusste - letzteres etwa bei der Regelung seiner Nachfolge.


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