Ukraine-Krise - Russischer Konvoi wird nicht ins Land gelassen

Kiew/Moskau (APA/Reuters/AFP) - Die ukrainische Regierung will den russischen Konvoi mit Hilfsgütern für die Einwohner der belagerten Separa...

Kiew/Moskau (APA/Reuters/AFP) - Die ukrainische Regierung will den russischen Konvoi mit Hilfsgütern für die Einwohner der belagerten Separatisten-Hochburg Luhansk nicht ins Land lassen. Innenminister Arsen Awakow schrieb am Mittwoch auf Facebook, die Fahrzeuge dürften nicht in die Region Charkiw (Charkow) fahren. Bei Kämpfen um Donezk wurden am Mittwoch mehrere Menschen getötet.

Die Entsendung des Konvois bezeichnete Awakow als „Provokation eines zynischen Aggressors“. Auch der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk warf Russland „grenzenlosen Zynismus“ vor. „Zuerst schicken sie Panzer, Grad-Raketen und Banditen, die auf Ukrainer schießen, und dann schicken sie Wasser und Salz“, sagte er bei einer Kabinettssitzung.

Am Dienstag war der Konvoi aus über 260 Fahrzeugen mit Hilfsgütern nahe Moskau Richtung Ostukraine gestartet. Er wird am Mittwoch an der Grenze erwartet. Der Hilfskonvoi hat Befürchtungen genährt, dass die Regierung in Moskau direkt in die Kämpfe im Nachbarland eingreifen könnte. Das russische Außenministerium hat zugesichert, ab der Grenze könne das Rote Kreuz die Führung übernehmen. Westliche Politiker befürchten dennoch, dass die Lieferungen als Tarnung oder Vorwand für eine russische Intervention genutzt werden könnte.

Bei schweren Gefechten ukrainischer Regierungstruppen mit prorussischen Separatisten sind in der Konfliktregion Donbass Behörden zufolge erneut mindestens fünf Zivilisten getötet worden. Die ganze Nacht seien Explosionen zu hören gewesen, teilte der Stadtrat in Donezk am Mittwoch mit. Damit sei die Zahl der Toten seit Wochenbeginn auf etwa 60 gestiegen, sagte ein Sprecher der Aufständischen der Agentur Interfax.

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Die militante Bewegung Rechter Sektor teilte zudem in Kiew mit, dass zwölf ihrer Anhänger bei Kämpfen im Krisengebiet getötet worden seien. Die Männer seien in einem Bus in einen Hinterhalt geraten, sagte Parteisprecher Artjom Skoropadski dem Fernsehsender 112.ua. Die rechtsextreme Gruppierung hatte sich nach dem Sturz von Ex-Präsident Viktor Janukowitsch in eine Partei umgewandelt. Kampfwillige Mitglieder schlossen sich der Nationalgarde an.

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