Taxilenker soll Zwölfjährige missbraucht haben: Prozess in Salzburg

Salzburg/Gastein (APA) - Schwere Vorwürfe sind am Mittwoch bei einem Prozess in Salzburg gegen einen 53-jährigen Pongauer erhoben worden: De...

Salzburg/Gastein (APA) - Schwere Vorwürfe sind am Mittwoch bei einem Prozess in Salzburg gegen einen 53-jährigen Pongauer erhoben worden: Der ehemalige Taxifahrer und Lenker von Schülertransporten soll im Sommer 2013 eine Zwölfjährige mehrmals sexuell schwer missbraucht und einmal den Beischlaf vollzogen haben. Laut Anklage hat er auch Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen. Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe.

Staatsanwalt Christian Weismann legte die einzelnen Anklagepunkte vor dem Schöffensenat (Vorsitz: Richter Roland Finster) dar. Zum ersten sexuellen Übergriff soll es Mitte Juli während eines Kindertransportes vom Gasteinertal zu einem Feriencamp nach Bischofshofen gekommen sein. Dabei soll der bisher unbescholtene Pongauer das Mädchen an den Geschlechtsteilen betastet haben.

Anfang August sei es zu einem ähnlichen Vorfall auf einer Parkbank in Bad Hofgastein gekommen, nachdem der Chauffeur das Mädchen zum Eisessen eingeladen habe, schilderte der Staatsanwalt. Einen Tag darauf habe der Beschuldigte das Kind in seiner Wohnung zum Computerspielen eingeladen und dort den Beischlaf vollzogen. Wenige Tage später, als die Zwölfjährige im Auftrag ihrer Leih-Oma einen Pflaumenwein bei dem Angeklagten abholen sollte, habe der Mann das Mädchen wieder unsittlich berührt, erklärte Weismann.

Leider habe die Zwölfjährige sich zuerst nur einer Freundin anvertraut. Aufgeflogen sei der Fall erst, als die Mutter auf dem Handy ihrer Tochter die Nummer des Taxifahrers gesehen habe, „das ist ihr seltsam vorgekommen“, sagte der Staatsanwalt. Danach wurde Anzeige erstattet. Die Angaben des mutmaßlichen Opfers bezeichnete ein Gerichtspsychologe als „erlebnisfundiert“. Der Angeklagte wurde von Zeugen belastet. Weiters stellten die Ermittler pornografische Darstellungen Unmündiger auf dem Computer des Pongauers sicher. „Der Angeklagte sagte, er hätte nur auf den Internetseiten gesurft, mehr nicht“, so Weismann.

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Der Pongauer wies jede Schuld von sich. „Ich bekenne mich nicht schuldig in allen Anklagepunkten. Ich habe das Mädchen nie berührt, weder oberhalb noch unterhalb der Kleidung.“ Auch als er mehrmals im Auftrag der Leih-Oma für eine kurze Dauer auf das Mädchen aufgepasst habe, habe er seinen Schützling nicht berührt, beteuerte der Beschuldigte. Verteidiger Remy Horcicka fehlten „objektive Beweise für die vorgeworfenen Taten“, wie er betonte. Sein Mandant habe 14 Jahre lange Kinder mit dem Taxi gefahren, auch zur Schule, „ohne dass ein ähnlicher Vorwurf aufgetreten wäre“. Der Anwalt gab zu bedenken, dass die Zwölfjährige eine „geistige Beeinträchtigung“ habe und „in einer äußerst schwierigen Familiensituation“ lebe. Ob heute ein Urteil ergeht, steht noch nicht fest.


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