Fußball: Wettskandal-Prozess mit Befragung von Kuljic fortgesetzt

Graz (APA) - Am Mittwoch ist im Grazer Straflandesgericht der Prozess um den größten österreichischen Wettbetrug fortgesetzt worden. Diesmal...

Graz (APA) - Am Mittwoch ist im Grazer Straflandesgericht der Prozess um den größten österreichischen Wettbetrug fortgesetzt worden. Diesmal wurde Ex-Bundesliga-Spieler Sanel Kuljic befragt. Er wird zusammen mit vier Fußballer-Kollegen und fünf weiteren Personen beschuldigt, 18 Spiele zumindest versuchsweise manipuliert zu haben. Kuljic gab nur die Beteiligungen an drei Manipulationen zu, den Rest leugnete er.

Sanel Kuljic ist eine der Schlüsselfiguren in diesem Prozess. Er hat von den fünf beschuldigten Fußball-Profis mit Abstand am meisten verdient und war auch Spieler der österreichischen Nationalmannschaft. Der 37-Jährige soll laut Anklage an der Manipulation von zehn Matches beteiligt gewesen sein, teilweise als Spieler, teilweise soll er nur Abläufe organisiert haben. Angeklagt ist in seinem Fall auch Erpressung und Nötigung, soll er doch Dominique Taboga immer wieder zum Weitermachen gezwungen haben. Taboga ging deswegen schließlich zur Polizei und packte aus, wodurch die ganze Sache im Vorjahr aufflog.

Schuldig fühlte er sich aber nur zum Teil, erklärte er gleich zu Beginn Richterin Elisabeth Juschitz. Bei drei Spielen will er an Manipulationen beteiligt gewesen sein, den Rest leugnete er ebenso wie die Erpressung und die Nötigung. Von Absprachen mit Kollegen wollte er zumindest bei den meisten Spielen nichts wissen. Sein Kollege L., der ebenfalls angeklagt ist und auch Taboga zu den Manipulationen überredet haben soll, habe zu ihm nur gesagt, er solle „schnell rennen und Gas geben, damit wir gewinnen“, schilderte Kuljic. „Dafür brauche ich den aber nicht, das sagt mir der Trainer und das sollte das grundsätzliche Bestreben sein“, meinte die Richterin. Immerhin gab er im Fall eines Spieles SV Kapfenberg gegen Red Bull Salzburg im Jahr 2012 zu, dass es im Vorfeld eine Absprache gegeben habe und das Ergebnis dann auch wunschgemäß - 1:0-Auswärtssieg von Salzburg - ausgegangen war.

Taboga und die anderen Spieler haben Kuljic bisher allerdings massiv belastet, er soll maßgeblich an den Manipulationen beteiligt gewesen sein und auch kassiert haben. Kuljic bestritt das. „Ich habe keine finanziellen Probleme gehabt“, meinte er und verwies unter anderem auf eine Sonderzahlung von 175.000 Euro, die er am Anfang einfach „vergessen“ habe zu erwähnen. Trotzdem konfrontierte ihn die Richterin mit zahlreichen Exekutionen, die gegen ihn geführt worden waren. Er gab zu, dass er gelegentlich gespielt habe „im Casino oder Poker auf Trainingslagern“, von Spielsucht wollte er aber nichts wissen. „Das haben immer nur die Medien verbreitet“, erklärte er. „Sie sollen jetzt im Häf‘n auch spielen?‘„, hakte die Richterin nach. „Das Gerücht gibt es. Was mache ich denn sonst noch?“, fragte Kuljic unbeeindruckt.

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Seine Befragung wird am Nachmittag fortgesetzt.


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