Knappes Drittel heimischer Firmen überlebt erste drei Jahre nicht

Wien (APA) - Aller Anfang ist schwer: Ein knappes Drittel von 32,4 Prozent der neu gegründeten Unternehmen überlebt die ersten Jahre nicht. ...

Wien (APA) - Aller Anfang ist schwer: Ein knappes Drittel von 32,4 Prozent der neu gegründeten Unternehmen überlebt die ersten Jahre nicht. Gegründet wurden vergangenes Jahr insgesamt 36.946 Firmen (30.160 davon Einzelunternehmen). 5.459 Unternehmen gingen Pleite und davon waren fast 1.770 (32,4 Prozent) nicht älter als drei Jahre, teilte der Kreditschutzverband KSV 1870 am Mittwoch mit.

Demnach ist die Insolvenzgefahr in den ersten drei Jahren - vor allem im dritten Jahr - ungebrochen am größten, dann sinkt das Pleiterisiko, so die Kreditschützer. So sind 9,9 Prozent der Unternehmen, die 2012 gegründet worden waren im vergangenen Jahr pleitegegangen.

Nach einem Jahr müssen auch die Steuerrückstellungen gebildet werden. „Für die erste Steuervorschreibung fehlt es schnell an den nötigen Rückstellungen und die Beiträge für die Sozialversicherung sind auch kein Pappenstiel“, so der Vorstand der KSV 1870 Holding, Johannes Nejedlik.

„Nach dem ersten Jahr sind die Steuerzahlungen Thema, aber in den ersten drei Jahren gehen praktisch permanent zehn Prozent der Firmen Pleite“, erklärte Günther Fasching, Leiter der Wirtschaftsinformation auf APA-Anfrage. Hier trenne sich der Spreu vom Weizen.

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„Sind die harten Jahre am Start überstanden, dann haben die Gründer gute Chancen, sich mit ihrem Unternehmen längerfristig am Markt zu halten“, sagt Nejedlik. „Einer soliden Vorbereitung auf die Unternehmertätigkeit kommt vor diesem Hintergrund höchste Bedeutung zu und sie verbessert die Überlebenschancen signifikant.“

Manchmal vergessen beste Praktiker quasi, dass sie für das Unternehmertum nicht nur Fachexperten sein dürfen - es geht auch um Finanzen. „Man muss die wirtschaftlichen Aspekte im Auge haben, die kaufmännische Tätigkeit“, sagt Fasching. Wie stark man ausfinanziert sein muss für den Start, sei stark branchenabhängig.

Jungunternehmer fehlt es laut Nejedlik oft an soliden Businessplänen und sie unterschätzten tendenziell die Anfangskosten. „Durststrecken sind dann nicht in ausreichendem Maß eingeplant und können nicht oder nur mit viel Bauchweh überbrückt werden.“

Als „klassischen Fall wohl ohne Plan zu starten“, bezeichnete Fasching den 1,4-Prozent-Anteil an den Pleiten 2013 von Unternehmen, die auch 2013 gegründet worden waren.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Gesamtjahr 2013 sank im Vergleich zu 2012 um zehn Prozent, die Pleiten von Firmen in den ersten drei Jahren jedoch nur um 1,8 Prozent, so der KSV 1870. Laut Daten der Statistik Austria liegt die fünfjährige Überlebensrate von neuen Unternehmen (von 2007 bis 2012) wie berichtet aber auch nur bei 59,9 Prozent.

(Grafik 0964-14, Format 42 x 115 mm)


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