Sonneblume zum Geburtstag - am Donnerstag wird‘s ernst für Grünberg

Heute feiert Leichathletin Kira Grünberg Geburtstag - am Donnerstag kämpft die Kematerin im Stabhochsprung-Finale der Leichathletik-EM in Zürich um eine Top-Platzierung.

Zürich – Mit Gratulationen von allen Seiten zu ihrem Finaleinzug bei den Leichtathletik-Europameisterschaften ist Kira Grünberg am Dienstag in Zürich ins Bett gegangen. Mit Glückwünschen zu ihrem 21. Geburtstag wurde die Stabhochspringerin heute im Hotel in Regensdorf von Teamkollegen und EM-Volunteers beim Frühstück empfangen. Es gab Torte und eine Sonnenblume, die Feier wurde allerdings vertagt.

Denn Grünberg hat zunächst im Letzigrund-Stadion noch etwas Wichtiges zu erledigen. Donnerstagbend (19.19 Uhr) peilt sie im Finale der 13 Stabhochspringerinnen eine neue persönliche Bestleistung an. Das wäre gleichbedeutend mit dem dritten ÖLV-Rekord in Folge.

Kira Grünberg will jetzt noch mehr

Mit der Bestleistung von 4,22 m ist Grünberg in die Freiluft-Saison gestartet, kontinuierlich näherte sie sich dem Rekord an, im Juli überquerte sie die neue Bestmarke von 4,41 und löste Doris Auer ab, die 2000 4,40 überquert hatte. In der EM-Quali schließlich steigerte sich Grünberg auf 4,45. Die Latte wurde anschließend nicht mehr höher gelegt – sie wäre bereit gewesen.

Denn gerne darf es heuer noch ein bisschen mehr sein. „4,50 wären super, das wäre das Ziel für das Finale. Nächstes Jahr möchte ich noch einmal zehn Zentimeter höher springen, auch schon im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio“, erzählte die von ihrem Vater Frithjof Grünberg trainierte Heeressportlerin und Pharmazie-Studentin.

Zusätzlich reist sie, so weit es die finanziellen Mittel erlauben, zu Herbert Czingon. Der ehemalige deutsche Bundestrainer ist nun beim Schweizer Verband beschäftigt. „Viermal war ich in diesem Jahr bei ihm, immer Dienstag bis Freitag. Ich würde gerne öfters hinfahren, aber das Geld von den Förderungen reicht nicht“, erzählte die Athletin des ATSV Innsbruck.

Hoffnung auf mehr Förderung

Hoffen darf sie darauf, dass sie bei der Evaluierung des vom Ministerium finanzierten Rio-Kaders 2016 im Herbst berücksichtigt wird. Aus der Leichtathletik werden derzeit neben Hürdensprinterin Beate Schrott (Förderung Einzelsportler) auch Ivona Dadic (Siebenkampf), Andreas Vojta (1.500 m), Lukas Weißhaidinger und Gerhard Mayer (beide Diskus) unterstützt. Grünberg hatte gestern neben einem Stadionbesuch, um Zehnkämpfer Dominik Distelberger anzufeuern, auch für die Anerkennung des ÖLV-Rekordes eine Dopingkontrolle zu absolvieren. Weiters war ein Stadtrundgang angedacht, sofern sie sich bei Regen und 14 Grad dazu überwinden konnte. „Aber irgendwie muss ich immer aktiv sein. Ich muss immer etwas tun, sonst werden die Muskeln so schlaff, das ist nichts“, sagte die quirlige Athletin.

Am Abend stand zur Wettkampfzeit ein Tonisierungstraining auf dem Programm. „Vormittags springe ich lieber, aber meinen ersten ÖLV-Rekord habe ich auch am Abend geschafft. Ich denke, das funktioniert genauso. Leg‘ ich mich halt mittags noch ein bisschen hin“, meinte Grünberg, die in Österreich alle Rekorde hält (U16, U18, U20, U23 und allgemeine Klasse) und Fünfte der Olympischen Jugendspiele 2010 sowie Vierte der Junioren-WM 2012 war.

Es gibt immer noch Luft nach oben

Das noch vorhandene Verbesserungspotenzial bei Grünberg, also den Anlauf zu verlängern, die Kraft zu steigern und härtere Stäbe zu verwenden, gibt Anlass zur Hoffnung auf große Höhen. Derzeit läuft sie mit 14 Schritten an, mit 16 hat sie bereits trainiert, sich bei der EM in der Qualifikation aber dagegen entschieden. „Mit 14 kann ich konzentrierter anlaufen und Papas Anweisungen besser umsetzen als mit 16. Das ist extrem wichtig, wenn man beim Wettkampf so nervös ist.“


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