Europas Bischöfe: IS-Terror auch mit Militäreinsatz stoppen

Vatikanstadt (APA) - Die katholische Kirche unterstützt einen militärischen Einsatz der Westmächte zum Schutz der verfolgten Christen und Ye...

Vatikanstadt (APA) - Die katholische Kirche unterstützt einen militärischen Einsatz der Westmächte zum Schutz der verfolgten Christen und Yeziden im Gebiet, das von der Terrormiliz IS („Islamischer Staat“) beherrscht wird. Die Bischöfe Europas plädieren dabei für einen Einsatz im Rahmen eines UNO-Beschlusses, berichtete Kathpress am Mittwoch.

Am Dienstagabend reiste der päpstliche Sonderbotschafter für den Irak, Kardinal Fernando Filoni, nach Bagdad und in die kurdische Region, wie die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR mitteilte. Filoni soll in Bagdad im Auftrag des Papstes politische Gespräche führen. Anschließend reist er in die Autonome Region Kurdistan, wo Zehntausende Christen aus dem Gebiet um Mossul Schutz vor der IS-Terrormiliz gesucht haben. Zudem hat Filoni den Auftrag, mit den örtlichen Bischöfen über konkrete Hilfsmaßnahmen und die Zukunft der Christen im Irak zu beraten.

Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Europa haben sich unterdessen an den turnusmäßigen Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrates, Sir Mark Justin Lyall Grant (London), gewandt, und appelliert, der Rat möge „Entscheidungen treffen, die jetzt notwendig sind, um diese Akte der Brutalität zu stoppen“. Tausende müssten sterben oder würden getötet, Tausende seien gezwungen, wegen ihrer Religionszugehörigkeit ihre Häuser zu verlassen.

In dem Schreiben der Bischöfe, das von den Mitgliedern des „Rats der Europäischen Bischofskonferenzen“ (CCEE) und vom Vorsitzenden des EU-Bischofsrates (ComECE), Kardinal Reinhard Marx, unterschrieben ist, wird der Einsatz „jedes möglichen legitimen Mittels“ verlangt, um die „Tragödie“ im Irak zu stoppen. Die Bischöfe fordern auch verstärkte humanitäre Hilfe und erinnern an den diesbezüglichen Appell von Papst Franziskus.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Ludwig Schick, sprach sich gegen deutsche Waffenlieferungen in den Irak. Für richtig halte er es, dass die Bundesregierung nicht-tödliche Rüstungsgüter in den Irak liefern will, sagte Schick am Mittwoch im Sender „Deutschlandradio-Kultur“. „Wir brauchen dort nicht mehr Waffen, sondern weniger Waffen“, sagte er. Es gebe bisher keine eindeutige Stellungnahme der deutschen Bundesregierung, wonach sie von ihrem Grundsatz abrücken wolle, keine Waffen in Krisengebiete zu liefern.

Den Einsatz der USA begrüßte der Erzbischof indes. „Was die Amerikaner machen - nämlich die IS-Truppen zu stoppen, auch mit Waffengewalt - das halte ich für richtig.“ Sie seien auch in einer Pflicht, stammten doch viele Waffen der Extremisten aus Amerika. Zudem forderte Schick mehr EU-Engagement im Kampf gegen die IS-Terrormilizen.


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