Kein politischer Herbstauftakt

Das Europäische Forum Alpbach öffnete gestern für knapp drei Wochen seine Denkwerkstatt, offiziell wird es am Sonntag mit dem Euregio-Tag er...

Das Europäische Forum Alpbach öffnete gestern für knapp drei Wochen seine Denkwerkstatt, offiziell wird es am Sonntag mit dem Euregio-Tag eröffnet. Und der wirft schon seine Schatten voraus, hat doch eine Expertengruppe ein mit zahlreichen Vorschlägen gespicktes Thesenpapier für die Weiterentwicklung der Europaregion Tirol ausgearbeitet. Im Strategiepapier des so genannten „Euregio-Labs“ werden die EU-Entscheidungsebenen als Vorbild für die Weiterentwicklung der Europaregion angeführt und eine Euregio-Regierung vorgeschlagen. Die politische Unterstützung dafür ist jedoch enden wollend, schließlich sehen sich die drei Landeshauptleute aus Tirol, Südtirol und dem Trentino nach wie vor als Speerspitze der Euregio.

Was jedoch mittlerweile unbestritten ist: Das Büro des Europäischen Verbunds Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) Tirol, Südtirol und Trentino in Bozen benötigt einen inhaltlichen Turbo, die Strukturen sollen überarbeitet werden.

Beim Europäischen Forum mit dem heurigen Motto „An der Weggabelung“ setzt Forumspräsident Franz Fischler auf Nachhaltigkeit, Internationalität und die intensive Auseinandersetzung mit Fragen der Zeit wie Energie, Mobilität oder Sicherheitspolitik. Bis zum 29. August werden 750 Referenten und 4000 Teilnehmer in Alp­bach erwartet. Stolz ist Fischler auf die neuen Netzwerke, die sich in den vergangenen Jahren gebildet haben. Dazu zählt er junge Wirtschaftsführungskräfte, die sich nach Alpbach bereist wieder mehrmals getroffen hätten und die Medienakademie mit jährlich 20 Teilnehmern. „In zehn Jahren werden dann rund 200 Journalisten wissen, was Alpbach leistet.“

Natürlich wird auch die Politik wieder ganz prominent vertreten sein. Eines hat Fischler jedoch abgestellt. „Das Europäische Forum dient nicht als politischer Herbstauftakt.“ Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) betonte, dass Tirol als Heimat für das Europäische Forum damit Weltoffenheit zeigen könne und dass es mehr ist als Brauchtum und Tradition. „Und vor allem für ein kleines Land ist es wichtig, über den Tellerrand zu blicken.“ Die Sponsorenvertreter von IBM und den Österreichischen Lotterien, Marketingchef Helmut Oszvald und Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler, bezeichneten das Forum „als einzigartigen Thinktank“ und Impuls für Menschen aus der Wirtschaft, die auch den Weitblick benötigen würden. (pn)


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