Seniorenbund: Jeder fünfte Pensionist wäre gern ehrenamtlich tätig

Wien (APA) - Die Generation „60 plus“ ist in Österreich aktiv wie nie - wäre es aber gern noch viel mehr, etwa in der Freiwilligenarbeit. Ei...

Wien (APA) - Die Generation „60 plus“ ist in Österreich aktiv wie nie - wäre es aber gern noch viel mehr, etwa in der Freiwilligenarbeit. Ein Viertel ist bereits regelmäßig ehrenamtlich aktiv, ergab eine Umfrage des Seniorenbundes. Und jeder fünfte Pensionist gab an, dass er gerne freiwillig tätig wäre.

Hierfür wünschen sich die Befragten allerdings mehr Informationen darüber, welche Möglichkeiten der Freiwilligenarbeit es gebe. Dafür sprach sich auch der Seniorenbund in einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien aus. Gefordert wurde dabei auch unter anderem eine Lockerung der Zuverdienstgrenze.

1.600 Personen ab 50 Jahren wurden im Auftrag des Seniorenbundes von GfK-Austria im April und Mai zur Freiwilligenarbeit befragt. Ein zentrales Ergebnis: Es gibt noch viel Potenzial, das es zu aktivieren gilt. Nur 30 Prozent zeigten kein Interesse an ehrenamtlichen Tätigkeiten. Bietet man Neueinsteigern konkrete Szenarien an, sind sie durchaus für formelle oder informelle Tätigkeiten zu begeistern. Es steht eine breite Palette an Möglichkeiten zur Verfügung, von projektbezogenen, fallweisen Einsätzen bis hin zu fixen Diensten. 39 Prozent wünschen sich mehr Information, 23 Prozent mehr gesellschaftliche Anerkennung. Kostenersatz spielt mit elf Prozent eine eher untergeordnete Rolle.

Die rund 305.000 Mitglieder starke Pensionisten-Organisation will nun die Informationsarbeit verstärken und noch mehr individualisieren. Je nach regionalen Begebenheiten und persönlichen Vorlieben und Talenten sollen Interessenten konkrete Angebote gemacht werden, von denen am Ende alle Beteiligten profitieren würden. Denn: Wer sich einmal in den Dienst der guten Sache gestellt hat, bleibt meist dabei. Ob Nachhilfe, Besuchsdienste, IT-Projekte oder Mitarbeit im Bereich Sachwalterschaft - Jeder vierte Befragte stellt sich bereits in den Dienst der guten Sache. Unter dem Motto „Starke Senioren-Leistungen“ wurde im Rahmen des Medientermins das Beispiel von Wiener Klassenpaten vorgestellt. Insgesamt 47 Pensionisten lesen und lernen in neun Schulen mit Kindern.

Besonders dringend gesucht werden derzeit freiwillige Helfer in der Pflege. Gerade in diesem Bereich wären Hürden durch Zuverdienstgrenzen „unglaublich“ und „absurd“, meinte Seniorenbund-Vertreterin Ingrid Korosec (ÖVP). Sie forderte nachdrücklich eine Änderung der diesbezüglichen Regelungen.

(S E R V I C E - Nähere Informationen unter www.seniorenbund.at)


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