Europa hinkt nach, Japan knickt ein

Während die US-Wirtschaft laut Forschern in Fahrt kommt, brach Japans Konjunktur ein. Und Italiens Schulden steigen und steigen.

Italiens Premier Matteo Renzi.
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Berlin –Angeschoben von den USA und Asien kommt die Weltwirtschaft nach Einschätzung des deutschen Ifo-Instituts stärker auf Touren. In Europa, dem Nahen Osten und Lateinamerika hingegen verliert die Konjunktur an Fahrt, befürchten die Münchner Forscher. Fast drei Viertel der befragten Experten sehen vor allem in steigenden Energiepreisen und in Engpässen in der Versorgung eine Gefahr für die Weltwirtschaft.

Der guten Asien-Prognosen zum Trotz ist in Japan die Wirtschaft im Frühjahr so stark geschrumpft wie seit der Tsunami-Katastrophe im März 2011 nicht mehr. Die Wirtschaftsleistung (BIP) knickte im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 6,8 % ein. Ökonomen hatten sogar ein Minus von 7,1 % vorhergesagt. Schuld am Einbruch ist die höhere Mehrwertsteuer, die am 1. April von fünf auf acht Prozent angehoben wurde. Die Folge: Die Japaner kauften um 5 % weniger ein. Für die japanische Wirtschaft besonders bitter, zumal der Konsum etwa 60 % der Wirtschaftsleistung ausmacht. Auch die Unternehmen hielten ihr Geld zusammen: Sie investierten 2,5 Prozent weniger. Exporte und Importe schrumpften ebenfalls.

Mit dem Einbruch wächst der Druck auf Notenbank und Regierung, die Konjunktur mit zusätzlichen Hilfen anzukurbeln. Ein Konjunkturpaket soll vorerst aber nicht kommen. „Im Moment sehe ich dafür keinen Bedarf“, sagte Wirtschaftsminister Akira Amari.

Trübe Stimmung auch in Italien: Mehr Italiener als sonst verzichten wegen der Rezession und Job-Ängsten auf einen Sommerurlaub. Auch Italiens Schuldenberg wächst immer weiter: Die Staatsschulden kletterten im Juni auf den neuen Rekord von 2168 Milliarden Euro. (APA, dpa, Reuters)


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