Deutscher Unternehmer in Russland riet Putin zu Sanktionen

Hamburg (APA/AFP) - Der deutsche Unternehmer Stefan Dürr, nach eigenen Angaben größter Milchproduzent Russlands, hat dem russischen Präsiden...

Hamburg (APA/AFP) - Der deutsche Unternehmer Stefan Dürr, nach eigenen Angaben größter Milchproduzent Russlands, hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im persönlichen Gespräch zu Sanktionen gegen den Westen geraten. Die Gegenmaßnahmen würden „dem Westen vor Augen führen, wie stark man in vielen Bereichen voneinander abhängig ist“, sagte Dürr der „Zeit“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch.

Putin schlage mit den Sanktionen zwei Fliegen mit einer Klappe: Er antworte auf die Strafmaßnahmen des Westens - „was, glaube ich, die Voraussetzung dafür ist, dass sich beide Parteien irgendwann wieder an einen Tisch setzen“ - und er gebe der russischen Landwirtschaft die Chance, sich in einer geschützten Übergangszeit zu entwickeln.

Dürr stammt aus dem Odenwald; Putin verlieh ihm laut „Zeit“ Anfang des Jahres die russische Staatsbürgerschaft. Der Milchproduzent gibt dem Westen die Hauptschuld am Konflikt mit Russland, weil er „immer wieder Öl ins Feuer gießt“. Putin sei nicht „der harte Macher, als der er im Westen immer dargestellt wird“, sagte Dürr weiter. Er sei aber auch „der Letzte, der im aktuellen Konflikt klein beigeben würde“.

Dürrs Ekoniva-Gruppe verfügt nach eigenen Angaben über 200.000 Hektar Land in Russland, hat einen Bestand von 49.300 Rindern, davon 20.500 Milchkühe, und erzeugt jährlich 120 Millionen Liter Milch. Dürr ist seit Ende der 80er Jahre in Russland aktiv.


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