Tirol-Duo erlebt harte Zeiten in Hartberg

Beim Tabellenletzten der Ersten Liga geht es rund – Thomas Löffler und Alex Fröschl sind hautnah dabei.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Bundesliga-Absteiger Wacker Innsbruck hat sich mit dem jüngsten 2:1-Last-minute-Sieg über den FAC vom Ärgsten befreit. Beim kommenden Gegner Hartberg (morgen, 18.30 Uhr) hängt der Haussegen nach fünf Niederlagen und einem Torverhältnis von 0:15 weiterhin schief. Die Saison der Steirer war bislang ein Sammelsurium an Pleiten, Pech und Pannen:

In der Saisonvorbereitung hatte noch der 60-jährige Bosnier Ivo Istuk das Sagen, der dann zwei Tage (!) vor dem Saisonstart wegen seiner mangelnden Deutsch-Kenntnisse und der Sprachbarriere von Ex-Coach Bruno Friesenbichler abgelöst wurde. Zu guter Letzt stand jetzt auch noch ein Obmannwechsel auf der Tagesordnung, seit Neuestem bekleidet der 28-jährige Ex-Goalie Jürgen Rindler dieses Amt.

„Die Lage ist sehr schwierig“, nickt Ex-Wacker-Angreifer Alex Fröschl, WG- und Teamkollege Thomas Löffler stimmt zu: „Es geht einiges ab hier. Manchmal ist es besser, wenn man nicht zu tief hinter die Kulissen blickt.“ Das hat Fröschl abseits des ganzen Tohuwabohus auch bei der Vienna kennen gelernt: Dort stand er schon einmal vor der verschlossenen Wohnungstür, weil die Miete seitens des Vereins offensichtlich nicht berappt worden war: „Danach habe ich eine lässigere Wohnung bekommen“, grinst der 22-Jährige. Nachsatz: „Seit ich von Wacker weg bin, habe ich einiges erlebt.“

Löffler (25) kann ihm nur beipflichten: „Was wir in Hartberg gerade erleben, erlebt man normalerweise höchstens in einem Zeitraum von drei bis vier Jahren. Ein Torverhältnis von 0:15 hatte ich vielleicht das letzte Mal bei der Fritzner U10. Wir stehen aber am Platz in der Pflicht.“ Gegenwärtig wisse im Team einfach die linke Hand nicht, was die rechte mache, der Innenverteidiger z. B. nicht, was der Sechser macht. „Mit jeder Niederlage fängt man noch mehr zu zweifeln an“, merkt der Ex-Wackerianer an. „Und wenn wir ein Gegentor bekommen, fallen wir leider viel zu schnell auseinander.“

Fröschl, der bei der 0:5-Niederlage in Lustenau zuletzt auf die Bank musste, ist die Seuche unerklärlich: „Natürlich war der späte Trainerwechsel nicht optimal, aber ich denke, dass wir eigentlich ein ganz gutes Team stellen. Wir müssen halt endlich einmal ein Tor schießen.“

Die Stürmersuche ist bei Hartberg voll im Gang. Unter einer Vielzahl von Testspielern trainierte gestern auch der bei Wacker glück- und wirkungslose Bright Edomwonyi mit. „Dazu sage ich nichts“, will sich Wackers Sportdirektor Flo Klausner nicht die Zunge verbrennen. Im Wissen, dass es im Fußball alles gibt – z. B. Spieler, die auf unerklärliche Art und Weise plötzlich woanders explodieren. Wacker-Regisseur Jürgen Säumel (zuletzt angeschlagen) kokettiert mit einem Comeback.


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