Preisrückgang in Spanien schürt Deflationsängste

Madrid (APA/AFP) - Ein Preisrückgang im Juli in Spanien schürt die Angst vor einer Deflation: Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Pre...

Madrid (APA/AFP) - Ein Preisrückgang im Juli in Spanien schürt die Angst vor einer Deflation: Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Preise um 0,4 Prozent zurück, wie das Nationale Statistikinstitut in Madrid am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich zum Juni sanken die Preise sogar um 1,5 Prozent. Billiger im Jahresvergleich seien Mieten, Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke und Tabakwaren geworden.

In einer ersten Schätzung hatten die Statistiker noch ein Minus von 0,3 Prozent ermittelt. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass die Inflationsrate in Spanien negativ ist, das Preisniveau also fällt. So stark wie jetzt war der Rückgang letztmalig Ende 2009 - im Jahr der schweren Rezession nach der Finanzkrise

In Frankreich stieg die Inflationsrate im Juli nur um 0,5 Prozent im Jahresvergleich, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Im Vergleich zum Juni gingen die Verbraucherpreise sogar um 0,3 Prozent zurück. Der Rückgang folgte auf drei Monate Preisstabilität.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht zwar noch keine unmittelbare Deflationsgefahr für die Eurozone. Sie hat aber ihren Kampf gegen die niedrige Inflation und das langsame Wirtschaftswachstum verstärkt. Die EZB strebt eine Inflation von knapp unter zwei Prozent an.

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Die Regierung in Paris hatte erst kürzlich ihren Druck auf Brüssel und auch auf die deutsche Regierung erhöht, um das Wachstum in Europa anzukurbeln. Präsident Francois Hollande sprach auch von einem „echten Deflationsrisiko“. Die regierenden Sozialisten kämpfen seit ihrem Amtsantritt 2012 mit einer stetig steigenden Arbeitslosigkeit, einer anhaltenden Wachstumsschwäche und einem hohen Staatsdefizit.

In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise im Juli laut Statistik um 0,8 Prozent im Jahresvergleich, den tiefsten Stand seit vier Jahren.


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