Russland-Sanktionen - Pirklhuber: Auch über andere Seite sprechen

Wien (APA) - Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber bedauert es, dass im Zuge der Diskussion um das russische Einfuhrverbot e...

Wien (APA) - Der Grüne Landwirtschaftssprecher Wolfgang Pirklhuber bedauert es, dass im Zuge der Diskussion um das russische Einfuhrverbot europäischer Lebensmittel nicht auch über die andere Seite, die Versorgungs- und Ernährungssicherheit Europas, gesprochen wird.

„Sanktionen können natürlich umgangen werden“, kommentierte Pirklhuber am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien die Idee von Ex-EU-Agrarkommissar Franz Fischler, das russische Einfuhrverbot für europäische Lebensmittel durch Lieferungen über Drittstaaten zu umgehen. Der Agrarhandel sei ein globaler Handel, der viele Schlupfwinkel und Umwege kenne, und der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten über Drittstaaten sei eben handelsüblich.

Die Diskussion findet Pirklhuber aber insofern nicht ganz hilfreich, weil man sie zum Anlass nehmen hätte können, die europäische Versorgungs- und Ernährungssicherheit zu überprüfen. „Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, denn dann wären wir drauf gekommen: das ist die eine Seite, was aber ist mit der anderen Seite, wenn wir gewisse Rohstoffe und Vorprodukte nicht bekommen?“, meinte Pirklhuber. Und dies drohe zumindest genau so rasch, zum Beispiel im Futtermittelbereich.

So würden die gesamte tierische Veredelung in Europa stehen, wenn der Eiweissfuttermittelimport aus Südamerika zum Stillstand kommen würde. 92 Prozent davon müssten importiert werden. Das wäre ein guter Grund gewesen, auf die Agrarmärkte in Europa und gute Projekte wie die Donau-Oder-Strategie zu schauen.

~ WEB http://www.gruene.at ~ APA357 2014-08-13/14:33


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