Olympische Regionen der Musik

Seefeld – Die 6. Musiktage der Olympiaregion Seefeld 2014 sind zu einem Festival von elf Konzerten herangewachsen, die in den kommenden zwei...

Seefeld –Die 6. Musiktage der Olympiaregion Seefeld 2014 sind zu einem Festival von elf Konzerten herangewachsen, die in den kommenden zwei Wochen das Tiroler Kulturleben bereichern werden. Diese Zunahme an Konzerten könnte fast in den Hintergrund treten lassen, dass die Musiktage Seefeld viel mehr sind: Rudens Turku, Gründer und künstlerischer Leiter, bringt als international gefragter Dozent für Meisterklassen weitere renommierte Lehrende nach Seefeld, um junge Talente und hochbegabten Nachwuchs zu fördern und mit der Freude am Musizieren anzustecken.

Zum Eröffnungskonzert am Dienstag in der Pfarrkirche St. Oswald hatte Turku den jungen Vorarlberger Violoncellisten Kian Soltani zum Duo-Spiel eingeladen. Soltani war bereits im April in einem hinreißenden Celloabend in Innsbruck zu erleben gewesen. Gemeinsam entfachten sie eine unbändige Musizierfreude, die zu Standing Ovations führte. Am Beginn stand das Duo Op. 7 von Zóltan Kodály, das zu einem packenden Festspiel verblüffender Gleichberechtigung wurde. Es war eine reine Freude, wie Linien aufgegriffen und weitergesponnen wurden. Die volkstümlichen Anklänge setzten sie natürlich klingend in überragenden Phrasierungen um. In Händels „Passacaglia” in einer Bearbeitung des norwegischen Romantikers Johan Halvorsen zeichneten die beiden Musiker ganz andere Klangfarben. Auch hier faszinierte das übereinstimmende Zusammenspiel bis hin zum rasanten Accelerando. Danach bezauberten drei Duette aus dem Op. 39 von Reinhold Glière. In diesen Meisterstücken der kleinen Form zeigten die Musiker ihre Kunst schlichter, natürlicher Gesanglichkeit. Die abschließenden “Variations brillantes” über das Thema „God save the King“, eine Ko-Komposition der beiden Virtuosen Adrien-François Servais und Joseph Ghys, überraschten erneut: Statt mit ihrer grenzenlosen Technik ein hochvirtuoses Feuerwerk abzubrennen, nahmen Turku und Soltani die Musik ernst und machten aus ihr einen musikalischen Spaß. (ber)


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