Jugend-Olympia: China will auch mit Jugendspielen in Nanjing glänzen

Nanjing (APA/dpa) - Für Mini-Olympia ist China kein Aufwand zu groß. Die Macher der Olympischen Jugendspiele in Nanjing (16.-28.8.) mussten ...

Nanjing (APA/dpa) - Für Mini-Olympia ist China kein Aufwand zu groß. Die Macher der Olympischen Jugendspiele in Nanjing (16.-28.8.) mussten bei ihrer Sucht nach Superlativen von der IOC-Spitze sogar noch gebremst werden. Acht Jahre nach den glänzend organisierten Peking-Spielen will China auch mit der Veranstaltung in der ostchinesischen Metropole seine Zukunftsfähigkeit beweisen.

Knapp 3.800 erfolgshungrige Teilnehmer, darunter 32 aus Österreich, machen diese Jugendspiele schon jetzt größer, als die Premiere der neu geschaffenen Leistungsschau der Jugend vor vier Jahren in Singapur. Der geistige Vater der „kleinen Spiele“, der ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, sagte einen „großen Erfolg“ voraus. Nanjing werde ein „Musterbeispiel für künftige Spiele“, glaubt Rogge.

Chinas Präsident Xi Jinping gibt am Samstag mit einer farbenfrohen Eröffnungsfeier den Startschuss für die zweiwöchigen Jugendspiele. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon wird zu dem Spektakel erwartet. Im ÖOC-Team sind Turnerin Ceyda Sirbu und Leichtathletin Ina Huemerv mit jeweils 15 Jahren die Jüngsten im Aufgebot. Ältester Athlet ist der 18-jährige Judoka Marko Bubanja. Die meisten rot-weiß-roten Teilnehmer treten mit jeweils vier im Beach Volleyball, Rad und Schwimmen an.

Sorgen machen den jungen Athleten die hohe Luftfeuchtigkeit und Luftverschmutzung, die viele Metropolen in China plagt. Hatte der Index für gefährlichen Feinstaub Ende Juli in Nanjing noch das Zehnfache des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerts erreicht, lag er seit Tagen nur noch um diese Marke herum.

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Seit Anfang August wurde der Ausstoß besonders umweltbelastender Fabriken verringert - und der Schwertransport eingeschränkt. Der Verkehr von Lkw und landwirtschaftlichen Fahrzeugen von außerhalb der Acht-Millionen-Stadt wurde stark eingeschränkt. Auf vielen Baustellen musste die Arbeit eingestellt werden.

Auch wegen Terrorgefahr und Ebola in Westafrika herrscht Nervosität im Reich der Mitte. Nach einer Reihe von blutigen Anschlägen im Frühjahr in China wurden die Sicherheitskräfte noch verstärkt. Mehr als 50.000 Polizisten sind in Nanjing im Einsatz, Spezialkommandos wurden entsandt. Die Stadt mobilisierte eine halbe Million Freiwillige, die Straßen überwachen und Verdächtige melden sollen. Polizeipatrouillen sollen an Touristenzielen zusätzlich für Sicherheit sorgen.

Auch sportlich überlässt die Olympia-Großmacht, die schon in Singapur den Medaillenspiegel anführte, nichts dem Zufall: Mit 123 Teilnehmern ist Chinas Mannschaft diesmal fast doppelt so groß wie 2010. Ein Erfolg der Jugendspiele soll auch die Bewerbung Pekings um die Winterspiele 2022 gegen Oslo und Almaty voranbringen. Für die Wettkämpfe bereiten Mediziner Doping-Tests nach olympischem Vorbild vor: Neben Bluttests sind 300 Urinproben geplant, da bereits die ersten Jugendspiele nicht frei von Dopingfällen waren.


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