Deutsche Regierung sieht vorerst kaum Folgen des Agrar-Embargos

Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Regierung sieht vorerst keine gravierenden wirtschaftlichen Folgen des russischen Importstopps für Agrarprod...

Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Regierung sieht vorerst keine gravierenden wirtschaftlichen Folgen des russischen Importstopps für Agrarprodukte aus der EU. „Wir erwarten derzeit nur geringe Auswirkungen für die deutsche Landwirtschaft“, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums am Mittwoch in Berlin. Die von Russland als Reaktionen auf EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise vorgelegte Liste werde noch ausgewertet.

Sie betreffe wertmäßig etwa ein Drittel der deutschen Agrarexporte nach Russland, vor allem Rind- und Schweinefleisch, Milchprodukte sowie Obst und Gemüse. Für die Frage möglicher Ausgleichszahlungen für betroffene Landwirte sei es momentan „deutlich zu früh“.

Die genauen Auswirkungen des russischen Embargos seien noch nicht abzusehen, sagte der Ministeriumssprecher. Offen seien etwa die Folgen, falls verderbliche Waren aus Nachbarländern zusätzlich auf den deutschen Markt gebracht würden.

Mit Sorge verfolgen deutsche Schweinefleischerzeuger die russische Importsperre. Überhaupt verdirbt ihnen sinkende Nachfrage gerade das Geschäft. Seit Wochen liege der Preis bei 1,63 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht, sagte der Marktexperte der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands, Matthias Quaing. Vor einem Jahr lag er bei 1,88 Euro. Schlachthöfe deuteten bereits an, dass der Preis in Richtung 1,50 Euro gehen könnte. Grund sei gesunkene Nachfrage.


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