IS-Jihadisten eroberten sechs Dörfer im Norden Syriens

Damaskus (APA/AFP) - Die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten weitere Dörfer in der nordsyrischen Provinz...

Damaskus (APA/AFP) - Die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben von Aktivisten weitere Dörfer in der nordsyrischen Provinz Aleppo erobert. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mitteilte, brachten die IS-Kämpfer sechs Dörfer nördlich der Stadt Aleppo in ihre Gewalt. Dabei wurden demnach bei Kämpfen zwischen syrischen Aufständischen und IS-Kämpfern 39 Menschen getötet.

Mindestens 31 Rebellen und acht IS-Kämpfer seien getötet worden, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit. Die radikalsunnitischen IS-Milizen hatten sich demnach heftige Gefechte mit anderen Rebellengruppen geliefert, die nach dem Rückzug der mit Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front in der Region geblieben waren. Um ein weiteres Dorf in der Gegend nahe der türkischen Grenze wurde nach Angaben der Beobachtungsstelle noch gekämpft.

Nach Einschätzung der Beobachtungsstelle, die ihre Informationen von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort bezieht, könnten die Jihadisten nach der Eroberung der Dörfer nun auch die nordsyrischen Städte Marea und Asas angreifen. Die IS-Kämpfer waren erstmals im Frühling 2013 im syrischen Bürgerkrieg aufgetreten. Andere Rebellengruppen hatten sie zunächst als Verbündete im Kampf gegen Präsident Bashar al-Assad begrüßt, sich später aber mit den Jihadisten überworfen.

IS-Kämpfer übernahmen seitdem gewaltsam die Kontrolle über weite Teile der Provinz Raka im Norden sowie der Provinz Deir Essor im Osten des Landes. Die IS-Milizen haben auch weite Teile des angrenzenden Nordirak erobert. Für das von ihr kontrollierte Gebiet rief die IS-Führung ein Kalifat - einen Gottesstaat - aus.


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