Europas Leitbörsen schließen einheitlich fester

Frankfurt am Main (APA) - Nach der jüngsten Berg- und Talfahrt ging es an den europäischen Börsen zur Wochenmitte wieder nach oben. Der Euro...

Frankfurt am Main (APA) - Nach der jüngsten Berg- und Talfahrt ging es an den europäischen Börsen zur Wochenmitte wieder nach oben. Der Euro-Stoxx-50 verbesserte sich um 32,40 Einheiten oder 1,07 Prozent auf 3.056,17 Zähler. Als Kurstreiber nannten Börsianer einige positiv aufgenommene Unternehmenszahlen. Enttäuschende Nachrichten von der Konjunkturfront taten der guten Stimmung hingegen keinen Abbruch.

Sinkende Preise für Heizöl und Sprit haben die Inflation in Deutschland im Juli auf den niedrigsten Stand seit fast viereinhalb Jahren gedrückt. Die jährliche Teuerungsrate rutschte auf 0,8 Prozent ab. In Spanien schürt ein Preisrückgang im Juli die Angst vor einer Deflation: Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen die Preise um 0,4 Prozent zurück.

Einen Dämpfer gab es für die Konjunkturerholung in der Eurozone: Im Juni ist die Industrieproduktion im Währungsraum überraschend weiter gesunken. Die Fertigung ist im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zurückgefallen. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet.

In Großbritannien hat die Notenbank trotz eines Wirtschaftsbooms mit einer Zinserhöhung keine Eile. In ihrem Inflationsbericht geht die Bank von England (BoE) zwar davon aus, dass die Arbeitslosigkeit binnen zwei Jahren stärker zurückgehen wird als angenommen. Zugleich erwartet sie aber, dass dadurch kein erhöhter Inflationsdruck entsteht. Angesichts unterschiedlicher Signale aus der Wirtschaft lässt Notenbankchef Mark Carney den Zeitpunkt einer Zinserhöhung offen.

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Am Nachmittag wurde zudem bekannt, dass in den USA der Einzelhandel bei den Umsätzen im Juli überraschend auf der Stelle getreten ist. Im Vergleich zum Vormonat hätten die Erlöse in der Branche stagniert, teilte das US-Handelsministerium mit. Dies ist die schwächste Entwicklung sei Jänner. Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet.

Ein Branchenvergleich zeigte die Versorger nach gut aufgenommen E.ON-Ergebnissen als größte Gewinner: E.ON-Aktien gewannen 4,79 Prozent. Dabei hat die Krise in der Energiebranche Deutschlands größten Versorger weiter fest im Griff, wie die Zahlen zeigten. Vor allem wegbrechende Erträge durch Verkäufe von Unternehmensteilen und negative Währungseffekte - unter anderem im Russland-Geschäft - ließen den um Sondereffekte bereinigten Konzernüberschuss im ersten Halbjahr um ein Fünftel einbrechen. Allerdings hätten Analysten im Schnitt mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet, kommentierte ein Händler. In Windschatten von E.ON zogen RWE-Titel um 3,06 Prozent an.

Auch Telekom-Werte erfreuten sich reger Nachfrage. So zogen Orange 1,32 Prozent nach oben und die Titel der Deutschen Telekom verbesserten sich um 1,52 Prozent. Telefonica zeigten sich 0,77 Prozent befestigt.

Die Aktien des Versicherers Swiss Life verteuerten sich in Zürich nach besser als erwartet ausgefallenen Halbjahreszahlen und dem Kauf des Immobilien-Dienstleisters Corpus Sireo um mehr als sieben Prozent. Insgesamt stiegen die Prämieneinnahmen um 5 Prozent auf 10,8 Mrd. Franken, wie die Gesellschaft mitteilte. Der Reingewinn erhöhte sich um 3 Prozent auf 487 Mio. Franken.

Weniger gut lief es für den Rohstoff-Sektor, nachdem Glencore mit seinem Produktionsbericht enttäuscht hatte. Der schweizerisch-britische Bergbaukonzern hat die Förderung seiner wichtigsten Rohstoffe auch im zweiten Quartal erhöht. Der Abbau von Kupfer legte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf gut 359.000 Tonnen zu, wie das Unternehmen mitteilte. Die Kohleförderung stieg trotz des globalen Überangebots um 5,7 Prozent auf 37,1 Millionen Tonnen. Glencore-Aktien büßten in London 2,53 Prozent ein.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA496 2014-08-13/18:08


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