Knapp vier Jahre altes Mädchen irrte tagelang durch sibirischen Wald

Moskau (APA/AFP) - Elf Tage lang ist ein knapp vier Jahre altes Mädchen allein in einem Wald der Teilrepublik Jakutien in Russlands Fernem O...

Moskau (APA/AFP) - Elf Tage lang ist ein knapp vier Jahre altes Mädchen allein in einem Wald der Teilrepublik Jakutien in Russlands Fernem Osten herumgeirrt. Zu seiner Verteidigung gegen Bären und Wölfe stand ihm nur ein kleiner Hund zur Seite, bis es endlich von Helfern gefunden wurde. Am Mittwoch erholte sich das Mädchen laut Behörden auf der Intensivstation im Krankenhaus der Stadt Jakutsk im Nordosten Sibiriens.

Rettungskräfte hatten die drei Jahre und sieben Monate alte Karina am Wochenende gefunden. Das Mädchen verschwand am 29. Juli aus dem Dorf Olom. Die Mutter zeigte das Verschwinden ihrer Tochter erst vier Tage später an. Sie war der Meinung, dass Karina zu ihrem Vater in einem Nachbardorf gegangen sei. Doch dieser bekämpfte einen Waldbrand in einem anderen Gebiet Sibiriens.

Unterdessen begann eine Großfahndung nach dem Kind, an dem sich hundert Freiwillige mit Jagdgewehren beteiligten. Als die Suchtrupps und die Familienangehörigen schon alle Hoffnung fahren ließen, tauchte plötzlich der Welpe zu Hause auf und führte sie auf die Spur des Mädchens.

„Es ist ein wahres Wunder“, sagte Artiom Borisow, der die kleine Karina fand. „Ich sah sie in hohem Gras sitzen. Als sie mich bemerkte, streckte sie weinend die Hände nach mir aus. Sie war schwach, blass und ausgezehrt. Sie wollte sofort zu essen und Wasser.“ Das Mädchen berichtete seinen Rettern, es habe während seiner Odyssee Beeren gegessen und Flusswasser getrunken. Vermutlich habe der kleine Hund Karina in den kalten Nächten gewärmt, sagte ein anderer Helfer.


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