Swiss Life mit mehr Prämien und Gewinn im Halbjahr

Zürich (APA/sda) - Nach dem Gewinnsprung im Vorjahr geht der Aufwärtstrend beim Schweizer Versicherer Swiss Life weiter: Sowohl Prämien als ...

Zürich (APA/sda) - Nach dem Gewinnsprung im Vorjahr geht der Aufwärtstrend beim Schweizer Versicherer Swiss Life weiter: Sowohl Prämien als auch Gewinn wuchsen im ersten Halbjahr 2014. Zudem expandiert die Swiss Life im Immobiliengeschäft in Deutschland, wo sie das Unternehmen Corpus Sireo kauft.

Das Prämienvolumen nahm im ersten Halbjahr um 4,2 Prozent auf 10,8 Mrd. Franken (8,90 Mrd. Euro) zu. Unter dem Strich erzielte der zweitgrößte Lebensversicherer der Schweiz einen Gewinn von 487 Mio. Franken. Das sind 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die Swiss Life am Mittwoch bekannt gab.

Der Betriebsgewinn sank dagegen leicht um 1,6 Prozent auf 677 Mio. Franken. Allerdings war im Vorjahr ein einmaliger Effekt von 60 Mio. Fr. angefallen wegen eines neuen Rechnungslegungsstandards zur Bewertung von Immobilienportfolios. Ohne diesen Sondereffekt und Restrukturierungskosten wäre der Betriebsgewinn um 7 Prozent gestiegen.

„Die Swiss Life hatte einen sehr guten Start ins Jahr“, sagte der neue Konzernchef Patrick Frost, der Anfang Juli das Amt von Bruno Pfister übernahm, in einer Telefonkonferenz.

Mit den Zahlen hat der Konzern die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Betriebsgewinn in etwa erfüllt, beim Reingewinn aber deutlich übertroffen. In ersten Kommentaren lobten die Analysten die Geschäftsentwicklung der ersten sechs Monate mehrheitlich.

Auch die Anleger spendeten Applaus. An der Schweizer Börse kletterte der Wert der Aktie bis nach Börsenschluss um über 7 Prozent, nachdem das Papier in den vergangenen zwei Wochen arg unter Druck gekommen war. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) lag nach Ende des Handelstages 0,7 Prozent im Plus.

Die größte prozentuale Gewinnsteigerung gelang im internationalen Geschäft, wo die Swiss Life ihr Ergebnis von 8 Mio. auf 18 Mio. Fr. mehr als verdoppeln konnte. Und dies obwohl das Geschäft mit Superreichen schrumpfte.

Zur Einheit International gehören die Versicherungsmäntel, in denen wohlhabende Privatkunden steuergünstig Vermögen anlegen können. Offiziell können Versicherungsmäntel legal zur Steueroptimierung genutzt werden. In der Kritik stehen sie wegen des Verdachts, Kunden könnten diese Lebensversicherungsprodukte auch ausnützen, um Geld zu verstecken.

Ende Februar hatten Medien berichtet, dass amerikanische Justiz- und Steuerbehörden ein kritisches Auge auf dieses Geschäft geworfen hätten. Es gebe keine Neuigkeiten in Bezug auf die US-Behörden, sagte Frost. Bisher hatte die Swiss Life verlauten lassen, dass sich die US-Behörden beim Konzern nicht gemeldet hätten.

Auch in Frankreich kletterte der Gewinn um über ein Viertel auf 118 Mio. Franken, während das Ergebnis in Deutschland lediglich um 1 Prozent auf 50 Mio. Fr. wuchs.

Dagegen war das Schweizer Geschäft weniger profitabel. Im Heimmarkt konnte die Swiss Life zwar die Prämien um 11,5 Prozent auf 6,6 Mrd. Fr. erhöhen. Aber der Gewinn tauchte von 472 Mio. auf 407 Mio. Franken. Allerdings war das Vorjahresresultat von den oben erwähnten 60 Mio. Fr. aufgehübscht worden.

Zudem dreht Swiss Life weiter an der Kostenschraube und plant bis 2015 Einsparungen im Umfang von 130 Mio. bis 160 Mio. Franken. Bisher wurden Einsparungen von 125 Mio. Fr. umgesetzt, davon 39 Mio. Fr. in der Schweiz.

Bei den Immobilien setzt die Swiss Life zur Expansion an und kauft den deutschen Liegenschaftsdienstleister Corpus Sireo mit Sitz in Köln für 210 Mio. Euro. Das Unternehmen verwaltet an elf Standorten in Deutschland und Luxemburg mit 550 Mitarbeitern Immobilien im Wert von rund 16 Mrd. Euro.

Corpus Sireo erzielt einen Umsatz von rund 160 Mio. Euro sowie einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) von 24 Mio. Euro. Verkäufer sind die drei Sparkassen von KölnBonn, Düsseldorf und Frankfurt.

~ ISIN CH0014852781 WEB http://www.swisslife.com/ ~ APA516 2014-08-13/18:48


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