Ukraine-Krise - Zeman stellt sich hinter russischen Hilfskonvoi

Prag (APA) - Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat sich hinter den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine gestellt. In einem I...

Prag (APA) - Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat sich hinter den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine gestellt. In einem Interview mit dem tschechischen Fernsehen sagte Zeman am Mittwochabend, es sei egal, ob die humanitäre Hilfe aus der EU, den USA oder aus Russland komme. „Je mehr humanitäre Hilfe unter internationaler Kontrolle, desto besser“, betonte der Staatschef.

Zeman wiederholte seine Bedenken gegenüber EU-Sanktionen gegen Russland. Jegliche Sanktionen seien „unsinnig, unwirksam und rufen nur Gegensanktionen hervor“, sodass eine für das Wirtschaftswachstum negative Spirale angekurbelt werde. Der Präsident sprach sich in diesem Zusammenhang für eine Kompensation der Schäden aus, die die Exporteure in Folge der russischen Einfuhrverbote erleiden würden. Die Exporteure seien an der Krise „nicht schuld“, fügte er hinzu.

Der EU warf Zeman im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise vor, „nicht imstande gewesen zu sein, eine effektive Diplomatie zu betreiben“. Er spielte damit auf die Reise der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens zum damals noch amtierenden pro-russischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar an.

Damals sei eine Vereinbarung getroffen worden, die jedoch binnen 24 Stunden wieder gebrochen worden sei, weil die Demonstranten auf dem Maidan-Platz in Kiew, unter denen auch „Faschisten aus dem Rechten Blocks“ gewesen seien, damit nicht einverstanden gewesen seien. „Was für Außenminister sind es, wenn sie nicht imstande waren, die Einhaltung der Vereinbarung zu erzwingen“, fragte Zeman.


Kommentieren