Iraks oberster schiitischer Geistlicher drängt al-Maliki zum Gehen

Bagdad (APA/AFP) - Iraks oberster schiitischer Geistlicher, Groß-Ayatollah Ali al-Sistani, hat in einem Brief an die regierende Dawa-Partei ...

Bagdad (APA/AFP) - Iraks oberster schiitischer Geistlicher, Groß-Ayatollah Ali al-Sistani, hat in einem Brief an die regierende Dawa-Partei einen Rückzug des umstrittenen Regierungschefs Nuri al-Maliki gefordert. „Ich sehe die Notwendigkeit, die Auswahl eines neuen Ministerpräsidenten zu beschleunigen“, schrieb al-Sistani.

Mit der Publikation des handgeschriebenen, auf Juli datierten Briefes, der am Mittwoch von seinem Büro veröffentlicht wurde, erhöhte der hochangesehene Kleriker den Druck auf al-Maliki, der sich trotz der Nominierung des Schiiten Haidar al-Abadi weigert, die Macht abzugeben. Al-Sistani sprach sich in dem Brief dafür aus, dass der neue Ministerpräsident jemand mit „breiter nationaler Akzeptanz“ sei, der fähig sei, mit politischen Führern anderer Volksgruppen zusammenzuarbeiten, „um das Land vor der Gefahr des Terrorismus, des Religionskrieges und der Spaltung zu bewahren“.

Der greise Geistliche, der unter den Schiiten im Irak wie auch im Ausland große Autorität besitzt, hatte sich bereits zuvor öffentlich von al-Maliki distanziert. Kritiker werfen dem Politiker vor, die Sunniten auszugrenzen und damit dem Vormarsch der Jihadisten den Boden bereitet zu haben.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren