Einigung auf Verlängerung der Waffenruhe im Gaza-Konflikt

Kurz vor Ablauf der dreitägigen Kampfpause hätten beide Seiten einer Verlängerung zugestimmt, hieß es aus Vermittlerkreisen. Laut der palästinensischen Delegation soll die neue Waffenruhe fünf Tage dauern.

Gaza/Kairo - Israelis und Palästinenser haben sich laut ägyptischen Regierungsvertretern auf eine Verlängerung der Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt. Kurz vor Ablauf der aktuellen dreitägigen Kampfpause hätten beide Seiten einer Verlängerung um weitere 72 Stunden zugestimmt, sagten die Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am späten Mittwochabend in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Angaben der palästinenischen Delegation zufolge soll die neue Waffenruhe sogar fünf Tage dauern.

Der palästinensische Chefunterhändler Assam al-Ahmed bestätigte die Einigung. Militante Palästinenser hatten kurz zuvor erstmals seit Beginn der Feuerpause in der Nacht zu Montag wieder eine Rakete auf Israel abgefeuert, doch wies die Hamas-Bewegung die Verantwortung dafür zurück.

Keine Einigung bei Hauptstreitpunkten

Die Ankündigung zur Verlängerung der Waffenruhe erfolgte eine Dreiviertelstunde vor Ablauf der aktuellen Feuerpause um Mitternacht (Ortszeit). Bei ihren Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gelang es Israelis und Palästinensern bisher allerdings nicht, sich auf einen dauerhaften Waffenstillstand zu einigen. Zuletzt bestand weiterhin keine Einigkeit über zwei Hauptstreitpunkte: die Entwaffnung der palästinensischen Hamas-Bewegung einerseits und die Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens andererseits.

Bei den Verhandlungen im Hauptquartier des Geheimdienstes in Kairo pendelten den dritten Tag in Folge ägyptische Vermittler zwischen den Delegationen aus Israel und den Palästinensergebieten. Die ägyptischen Vermittler schlugen laut einem Papier, das AFP am Mittwoch vorlag, zuletzt vor, zunächst einen längerfristigen Waffenstillstand zu vereinbaren, die Diskussion über die Aufhebung der Blockade sowie die Aushändigung zweier getöteter israelischer Soldaten aber um einen Monat zu vertagen.

Bei der mehr als vierwöchigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen, mit dem die militärische Infrastruktur der Hamas zerstört werden sollte, um dauerhaft den Raketenbeschuss zu unterbinden, wurden fast 2000 Palästinenser getötet, der Großteil von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten. Eine vorherige dreitägige Waffenruhe war vergangene Woche von der Hamas nicht verlängert worden, woraufhin es zwischenzeitlich erneut Kämpfe im Gazastreifen gab. (APA/AFP)


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