Französische Regierung halbiert Wachstumsprognose

Paris (APA/Reuters) - Die französische Regierung hat angesichts der Konjunkturflaute ihre Wachstumsprognose für 2014 halbiert und rechnet nu...

Paris (APA/Reuters) - Die französische Regierung hat angesichts der Konjunkturflaute ihre Wachstumsprognose für 2014 halbiert und rechnet nun mit einer höheren Neuverschuldung. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) werde voraussichtlich nur um 0,5 Prozent wachsen, schrieb Finanzminister Michel Sapin in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „Le Monde“ (Donnerstagausgabe).

Es sei zudem unwahrscheinlich, dass es 2015 zu einem Wachstum von deutlich mehr als einem Prozent reichen werde. Bisher war die Regierung für 2014 von einem Plus von 1,0 Prozent ausgegangen und hatte für 2015 mit 1,7 Prozent gerechnet. Durch das geringere Wachstum werde das Staatsdefizit in diesem Jahr wohl über der Vier-Prozent-Marke liegen, so der Minister. Angestrebt wurden bisher 3,8 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt hatte von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal erneut stagniert, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Anfang 2014 hatte die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ebenfalls stagniert. Die Notenbank des Landes erwartet auch im Sommer keine kräftige Belebung. Die Wirtschaft soll dann um 0,2 Prozent wachsen. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit, die den privaten Konsum belastet.

Frankreich müsse das „sehr hohe Niveau seiner öffentlichen Ausgaben“ verringern, sagte Bundesbankchef Jens Weidmann am Mittwoch der Zeitung „Le Monde“. Deutschlands wichtigster Handelspartner sei aber trotz seiner fiskalischen Probleme und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit „nicht der kranke Mann Europas“.

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