An der Seite des reichsten Mannes der Welt: Melinda Gates wird 50

Ihr Mann hat mehr Geld als alle anderen Menschen auf der Welt, aber Melinda Gates ist längst aus seinem Schatten herausgetreten. Die Frau des Microsoft-Gründers Bill Gates gibt Milliarden für wohltätige Zwecke. Jetzt wird die „drittmächtigste Frau der Welt“ 50 Jahre alt.

Von Christina Horsten, dpa

Redmond (Washington) – Ihr Mann hat mehr Geld als alle anderen Menschen auf der Welt, aber Melinda Gates ist längst aus seinem Schatten herausgetreten. Die Frau des Microsoft-Gründers Bill Gates stellt Milliarden für wohltätige Zwecke bereit. Am 16. August wird die „drittmächtigste Frau der Welt“ 50 Jahre alt.

„Bill & Melinda Gates Stiftung“

Als sie sich bei der Arbeit kennengelernt hatten, war Bill Gates Chef des von ihm gegründeten Software-Giganten Microsoft und Melinda eine seiner Mitarbeiterinnen. „Als ich meine Mutter angerufen habe, fand sie das alles keine gute Idee“, erzählte Melinda Gates später. Inzwischen sind die beiden verheiratet - und das schon seit mehr als 20 Jahren. Sie sind Eltern von drei Kindern und leiten gemeinsam die „Bill & Melinda Gates Stiftung“, die mit Abstand größte Privatstiftung der Welt mit fast 900 Mitarbeitern und einem Spendenetat in Milliardenhöhe.

Aber Melinda Gates will mehr sein als nur die Frau an der Seite des reichsten Mannes der Welt. Als „klug“ und „knallhart“ beschreibt sie der britische „Telegraph“, „selbstsicher“ und „elegant bis in die Haarspitzen“ nennt sie der „Guardian“. Die Welt der Multimillionäre und Mega-Philanthropisten ist eine Männerwelt, in der Gates sich als eine von nur wenigen Frauen durchgebissen hat. Das „Forbes“-Magazin sieht sie aktuell hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Notenbankchefin Janet Yellen als drittmächtigste Frau der Welt an - dabei hat Gates noch nicht mal ein offizielles Amt.

In einfachen Verhältnissen aufgewachsen

Geboren wurde sie 1964 in einfachen Verhältnissen in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Ihr Vater war Ingenieur, die Mutter Hausfrau, das Geld für die vier Kinder meist knapp. Um mitzuhelfen, schrubbte Gates schon als Teenager für einen geringen Lohn Böden und Backöfen. „Aber meine Eltern haben immer drauf gedrungen, dass ich ans College gehe“, erzählte sie dem „Guardian“. Also studierte sie Wirtschaft und Informatik an der renommierten Duke-Universität und heuerte danach bei Microsoft an. Auf ihre Initiative soll dort unter anderem die sprechende Comic-Hilfsfigur „Karl Klammer“ im Microsoft-Office-Programm entstanden sein.

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Nach der Hochzeit mit Bill Gates 1994 rückt die Wohltätigkeit stärker in den Fokus des hart arbeitenden und immer reicher werdenden Paares. „Von denen, die viel bekommen, wird auch viel erwartet“, hatte Mary, Mutter von Bill Gates, ihrer Schwiegertochter schon vor der Feier mit auf den Weg gegeben. Auf Luxus-Hochzeitssafari in Afrika wird dem Paar bewusst, wie sehr sich sein Leben von dem der meisten anderen Menschen auf der Welt unterscheidet.

Fast 30 Milliarden Dollar hat die „Bill & Melinda Gates Foundation“ seit der Gründung 1999 gespendet - im Kampf gegen Krankheiten wie Aids und Polio, für Bildung und Landwirtschaftshilfe und zahlreiche andere gute Zwecke. Betuchte Freunde des Paares wie der Unternehmer Warren Buffett steuern große Teile des Etats bei. Die Stiftung, für die sowohl Melinda als auch Bill Gates inzwischen hauptberuflich arbeiten, gilt heute als eine der umtriebigsten und effizientesten überhaupt.


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