Basketball: ÖBV-Herren fehlte im Finish die Kraft zur Sensation

Schwechat/Wien (APA) - Die Sensation im „Spiel des Jahres“ lag in der Luft, aber letztlich hat die Kraft gefehlt: Am Ende stand ein 64:77 de...

Schwechat/Wien (APA) - Die Sensation im „Spiel des Jahres“ lag in der Luft, aber letztlich hat die Kraft gefehlt: Am Ende stand ein 64:77 der österreichischen Basketball-Herren gegen Deutschland in der zweiten Partie der Qualifikation (Gruppe C) zur EM 2015. Zeit, den Kopf hängen zu lassen, bleibt nicht. Bereits am Sonntag (20.20 Uhr/live ORF Sport +) geht es im Multiversum Schwechat gegen Polen weiter.

„Wir hätten es in der Hand gehabt“, resümierte Teamchef Werner Sallomon. 5:30 Minuten vor Schluss war sein Team gegen den vermeintlich hohen Favoriten 64:56 vorangelegen. Danach ging gar nichts mehr. Der Gegner machte in knapp viereinhalb Minuten noch 21 Punkte. „Wir brauchen uns nicht zu genieren oder zu verstecken, aber wir dürfen uns auch nicht zufriedengeben“, sagte Sallomon zur APA. Trotz der Niederlage sei er stolz auf die Burschen, die alles gegeben hätten, im Finish jedoch platt gewesen seien. Mit der fehlenden Kraft hätten sich auch Fehler eingeschlichen.

Genau so sah es Enis Murati (Swans Gmunden), mit 27 Punkten der Topscorer der Partie. „Wir haben gekämpft und an uns geglaubt. Es ist wirklich schade, dass wir das Spiel in den letzten drei Minuten aus der Hand gegeben haben. Am Schluss hat uns leider die Kraft gefehlt.“

ÖBV-Präsident Karl Thaller sprach ebenfalls von einer Top-Leistung der Mannschaft, die 35 Minuten sensationell aufgetreten sei, Deutschland an den Rand einer Niederlage gebracht und Werbung für Basketball gemacht habe. Aber das lange gezeigte Tempo über die volle Distanz zu gehen, seien viele Spieler eben einfach nicht gewohnt. Beeindruckt zeigte sich Thaller von der Kulisse in Schwechat, für die mehr als 2.500 Zuschauer - so viele wie seit Jahrzehnten nicht bei einem Basketball-Länderspiel Österreichs - gesorgt hatten.

NBA-Jungprofi Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und seine Kollegen durften nach der Schlusssirene in Schwechat jedenfalls tief durchatmen. „Deutschland hat gewonnen, das zählt“, sagte der 20-Jährige zur APA. Er gestand freilich ein, dass die DBB-Auswahl lange unkonzentriert gespielt und insbesondere defensiv nicht ihre Leistung gebracht habe. „Wir haben nur im letzten Viertel guten Basketball gespielt“, meinte der gegnerische Coach Emir Mutapcic. Was die 30 Minuten davor anging, stellte er sich die Frage, „warum wir Deutschland so repräsentiert haben“.


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