Selbstzündender Victorinox

Mit dem CX-5 hat Mazda ein vielseitiges Fahrzeug auf zwei Achsen gestellt: passables Raumangebot, komfortables Interieur, angemessene Motorisierung und klimaresistente Technik.

Brauchbar für praktisch alles: Dank kräftiger Motorisierung kann der CX-5 nicht nur ein Boot ziehen, sondern auch Dachlast tragen.Foto: Letzner
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Von Markus Höscheler

Innsbruck –Beide Unternehmen haben in den vergangenen Jahrzehnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Victorinox, in der Schweiz ansässig, machte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts einen Namen mit dem Allzweckmesser; Mazda nahm 1920 die industriell­e Tätigkeit auf und begann 1960 mit der Konstruktion von Pkw. Mit einem Produkt ist es den Asiaten gelungen, so etwas wie ein Schweizer Messer auf zwei Achsen in Serie zu fertigen: Der CX-5, ein kompaktes Sports Utilit­y Vehicle, kam 2012 auf den Markt und sollte die bis dahin etwas kränkelnde Marke beflügeln. Das Modell sieht gut aus, verspricht mit seinem Hochbau gute Übersichtlichkeit und akzeptable Raumökonomie. Was nicht gleich zu erkennen ist, betrifft die technischen Maßnahmen, die Mazda hinter dem Begriff Skyactiv versteckt. Das Label steht für Leichtbau, für sparsame sowie gleichzeitig leistungsfähige Triebwerke sowie für neuentwickelte Getriebearten.

Rasch konnten wir anhand des seit Frühjahr gefahrenen Dauertestwagens CX-5 feststellen, dass er für eine Vielzahl von Zwecken einsetzbar ist. Erstens erfreut er die Nachbarn mit seinem optisch stimmigen, aber nicht übertriebenen Auftritt: Rundum-Beplankung aus Kunststoff deutet Offroad-Tauglichkeit an, das moderat abfallende Dach und hinten abgedunkelte Fensterscheiben verleihen gemeinsam mit ausgestellten Radhäusern und betonten Schwellern eine sportliche Ausstrahlung.

Zweitens verbreitet der CX-5 gute Stimmung mit seinen Transportqualitäten: Der Kofferraum fasst 503 Liter netto, die Rücksitzlehnen sind rasch umgeklappt, sollte der Bedarf dafür da sein. Falls nicht, dann finden ebenso wie in Reihe eins auch im Fond selbst Erwachsene ein gutes Maß an Kopf- und Beinfreiheit vor. Die Lederausstattung, Teil der Höchstausstattungslinie Revolution, steigert den Wert des Aufenthalts.

Drittens ermöglichen die Eigenschaften des ausgewählten 2,2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesels ein variierendes Fahrverhalten: Wer es zügig angehen möchte, den beflügelt schon ab 2000 Umdrehungen ein maximales Drehmoment von 420 Newtonmetern – dasselbige hat ein leichtes Spiel mit dem Eigengewicht von 1,6 Tonnen. Wer höherdrehen möchte, dürfte die Laufkultur des Selbstzünders ebenso genießen wie die 175 Pferdestärken.

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Viertens dürften Ressourcenschoner auf ihre Kosten kommen: Der Testwagen benötigte im Mittel bisher 7,4 Liter je 100 Kilometer – deutlich mehr Sprit braucht es nur dann, wenn er Dachlast und Anhänger (2 Tonnen gebremst sind erlaubt) mitschleppen muss. Aber selbst dafür lässt sich der CX-5 einspannen – zumal ein permanentes Allradsystem Traktionsreserven ausloten kann.

Und fünftens dürfen Kostenrechner aufatmen: Fast 40.000 Euro sind zwar fällig – aber für einen Alleskönner.


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