Cherokee-Eintunken bereitet Genuss

Wer die befestigten Pfade verlässt, ist mit dem neuen kompakten Geländewagen von Jeep auf der sicheren Seite: Bewährte Allradtechnik paart sich mit kompetentem Motorenbau.

Kann sich nicht nur auf der Autobahn fortbewegen: Der variantenreiche Allradantrieb Selec-Terrain ermöglicht Ausflüge ins Morastige.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Telfs –Zuzustimmen ist der Ansicht, dass wir von den meteorologischen Wasserspielen in diesen Wochen bereits genug erlebt haben. Immerhin bestätigt der nicht enden wollende Regenguss jene, die sich ein Automobil anschaffen wollen, das mit auch vom Wetter geschaffenen Schlechtwegen keine Mühe hat. Ein passendes Modell stellt der neue Jeep Cherokee dar, vorausgesetzt, der Erwerber verzichtet auf das Basisangebot mit reinem Frontantrieb. Dieses köderte zwar mit auskömmlicher Longitude-Ausstattung, stilprägender Formensprache, kraftvollem Zweiliter-Turbodiesel und einem Preis von 36.990 Euro – aber 4WD und Active-Drive-I-Allradsystem samt Geländeprogramm Selec-Terrain haben mehr Lockvogel-Qualität.

Den uns zur Verfügung gestellten Testwagen stattete der Importeur neben 4WD-Technik mit der zweiten Ausstattungsstufe Limited aus. Die hebt sich innen mit Nappa-Leder-Sitzpolsterung, mehrfach elektrischem Fahrersitz und Uconnect-Multimediasystem samt Sieben-Zoll-TFT-Display ab. Außen fallen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen (anstelle von 17-Zöllern), Bi-Xenon-Scheinwerfer, Chromapplikationen, Regensensor, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Parksensoren vorne wie hinten und abgedunkelte hintere Seiten- sowie Heckscheiben auf. So erklärt sich auch zum Teil der Aufpreis von 6900 Euro gegenüber der Longitude-Basis.

Die zusätzliche Investition, so finden wir, ist eine lohnende: So macht der Cherokee in vielen Belangen mehr Freude, denn das Uconnect-System beschert sehr angenehmen Raumklang, hoch auflösende Navigationsdaten und eine smarte Bluetooth-Lösung, die unkompliziertes Audiostreaming und problemlose Telefonie ermöglicht. Die Belederung hebt die Wertigkeit des Modells, die Verarbeitung ist achtbar.

Noch mehr kann sich der Cherokee in Szene setzen, wenn es um die Fortbewegung geht: Sein Selbstzünder liefert schon ab 1500 Umdrehungen ein sattes Drehmoment von 350 Newtonmetern ab, 140 Pferde lassen sich maximal zur Leistungsabgabe motivieren – genug für ein fast zwei Tonnen schweres Fahrzeug. Dieses agiert auf festem Asphalt mit ruhigem Geradeauslauf, einer gegenüber dem großen Bruder Grand Cherokee präziseren Lenkung und angenehmer Fahrwerksfederung. Lediglich der Sechsgang-Handschalter verlangt nach überraschend intensivem Fingerspitzengefühl und löst den Wunsch nach einer Erprobung der neuen von Jeep angebotenen Neungangautomatik aus. Allerdings ist diese Option für die 140-PS-Ausführung nicht vorgesehen.

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Leichtfüßig verhält sich der kompakte Geländewagen abseits befestigter Wege: Daran hat Selec-Terrain einen bemerkenswerten Anteil, da es die Auswahl von vier Programmen erlaubt, angepasst an den jeweiligen Untergrund. Das Morastige mit den vielen Wasserlachen, derzeit oft anzutreffen in der Tiroler Natur, lässt sich damit konfliktfrei befahren – wobei die maximale Wattiefe von 482 Millimetern ebenso in Erwägung zu ziehen ist wie die Böschungswinkel von 20 Grad vorne und 25,9 Grad hinten. Es wäre ja schade, beschädigte ein unüberlegtes Fahrmanöver die Offroad-Optik der Schürzen.

Nichts anhaben dürfte der Schlamm-Trip der Metallic-Lackierung, die um 917 Euro den Anschaffungspreis erhöht. Auch in Sicherheit befindet sich das Panorama­glasdach (1572 Euro), dessen vorderer Teil sich elektrisch öffnen lässt. Diese Details und das zuvor ausgebreitete Limited-Niveau sind dafür verantwortlich, dass der Test-Cherokee einen Wert von 49.279 Euro repräsentiert. Da geht beinahe unter, dass das stimmige Triebwerk sich mit einem Verbrauch von 7,1 Litern begnügte. Von diesem Aggregat bieten die Italo-Amerikaner außerdem eine 30 PS stärkere Variante an, die den Standard-Sprint von null auf 100 km/h um 1,7 auf 10,3 Sekunden kürzt. Hier ist die Neunstufenautomatik ebenso Standard wie beim Benziner-Topmodell, dem 272 PS starken 3.2 V6 AWD (ab 58.990 Euro).


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