Die Braut, die sich in den Macan traut

Das kompakte Porsche-SUV ist nicht nur ein Blickfang, sondern erzielt mit dem 3,6-Liter-V6-Biturbo-Benzinmotor sportwagentypische Fahrleistungen. Nebenbei beherrscht er Komfort vom Allerfeinsten.

Macht aus seinem üppigen Leistungsangebot auch optisch kein Hehl: Der 400 PS starke Macan Turbo steht auf satten 21-Zoll-Rädern, reckt seinen stämmigen Kühlergrill nach vorn und brilliert mit einer coupéförmig abfallenden Dachlinie.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Dölsach, Lienz –So war es anfangs nicht geplant, dass sich der Porsche Macan Turbo einen Starauftritt auf einer Osttiroler Hochzeit verschafft. Sowohl der Fahrzeugtest als auch die Vermählung einer Lienzerin mit einem Niederösterreicher standen als separate Veranstaltungen auf dem Programm. Aber es kam anders: Jenes Fahrzeug, das ursprünglich die Braut zur Kirche führen sollte, fiel kurzfristig aus. Der Macan Turbo sprang, pardon, fuhr in die Bresche und der Eheschließung beinahe in die Parade.

Bei dieser einzigen Programmanpassung blieb es nicht, es sollten weitere Änderungen folgen: Zunächst aber sah es stattlich aus, als der Macan, versehen mit 21 Zoll großen Alufelgen und roten Bremssätteln, vor den Eingang der Lienzer Kirche fuhr, geschmückt mit Blumen, die Braut neben der Trauzeugin auf der Rückbank führend. Doch der wartende Bräutigam winkte ab, teilte dem Macan-Hochzeitsteam mit, es gebe noch eine Ehrenrunde zu drehen: Der Pfarrer war noch nicht zugegen.

Des Hochwürden Absenz wusste das im Porsche-SUV befindliche Quartett zu schätzen: Der mit einem 400 PS starken 3,6-Liter-V6-Biturbo-Benzinmotor bestückte Macan verließ das Kirchenareal, unaufgeregt schaltend mit einem automatisierten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Doch schon kurz nach dem neuerlichen Fahrantritt verschlug es den 4,7 Meter langen Wagen auf eine enge Schotterpiste mit Unebenheiten und Steigungen. Die Gelände-Bewährungsprobe kam dem sportlichen SUV offenbar recht, denn mit dem permanenten Allradsystem, 205 Millimetern Bodenfreiheit und einem Offroad-Fahrprogramm versehen kann der Macan zur Not mehr als nur auf ebenem Asphalt fahren.

Trotz des technischen Sicherheitsnetzes, das der Macan teils serienmäßig, teils aufpreispflichtig bot, fühlte sich die Braut nicht recht wohl, da sie sich vom Hochzeitsort entfernte. Selbst die aufpreispflichtige Dreizonen-Klimaanlage, die optionale Luftfederung, das Panoramaglasdach und das gediegene Lederpaket konnten die Lage nicht entspannen. Auch die Highend-Burmester-Soundanlage bewirkte in diesem Fall nicht das Gewünschte. „Nimm halt Notfalltropfen“, riet ihr die mitfahrende Freundin. Der angebotene Trunk auf Bachblütenbasis hätte die Macan-Entwickler zur Weißglut gebracht. Zur Beruhigung der Braut wäre ein Blick aufs Daten- und Ausstattungsblatt geeigneter gewesen. Sehr früh anliegende 550 Newtonmeter Drehmoment, der Sprint von null auf 100 km/h in 4,8 Sekunden, ein Höchsttempo von 266 km/h – damit rückt das Kirchenportal zeitlich und räumlich sehr schnell sehr nah.

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Nach einer guten Viertelstunde (gefühlt war es ein Vielfaches davon) fuhr der Macan Turbo ein zweites Mal vor – dieses Mal konnte der Bräutigam entwarnen. Die Geistlichkeit war inzwischen eingetroffen, die Braut durfte den Macan verlassen. Damit war die Rolle des hochbauenden Sportwagens aber nicht zu Ende. Nach erfolgreicher Vermählung nahm das junge Ehepaar Platz im Fond, nun deutlich entspannter und offener für die unzähligen Annehmlichkeiten des 130.913,10-Euro-Wagens (Basispreis: 102.859 Euro) während der Fahrt durch Lienz. Zum Aussteigen regte schließlich der hungrige Magen an, hinweisend auf das bevorstehende Hochzeitsmahl. So mancher Abendgast fühlte sich bemüßigt, nach dem Macan und seinen Talenten zu fragen. Einer regte schließlich an, mit dem Zündschlüssel des Porsche-Modells ähnlich zu verfahren wie mit dem Brautstrauß – einfach in die Menge werfen. Die Nachfrage wäre groß gewesen.


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