Elf Jahre Haft für steirischen Bankräuber

Graz (APA) - Ein 62-jähriger Steirer ist am Donnerstag am Grazer Straflandesgericht wegen schweren Raubes zu elf Jahren Haft verurteilt word...

Graz (APA) - Ein 62-jähriger Steirer ist am Donnerstag am Grazer Straflandesgericht wegen schweren Raubes zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er soll im Juni eine Grazer Bank überfallen und den Kassier mit einer Gaspistole bedroht haben. Der Mann hatte bereits zwei ähnliche Überfälle begangen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

„Ich bin eigentlich gut erzogen, niemand braucht vor mir Angst zu haben“, beteuerte der Angeklagte. Dass er insgesamt drei Banküberfälle begangen haben soll und außerdem wegen Mordes an einem Freund - dieser wollte an einem der Überfälle nicht teilnehmen - zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, passt nicht so ganz zu dieser Beschreibung. Immerhin hat der Steirer zwischen seiner bedingten Entlassung 2008 und der angeklagten Tat ein unauffälliges Leben geführt, so sein Verteidiger.

Im Juni war er dann in die Grazer Deniz-Bank gegangen und hatte den Kassier mit einer Gaspistole bedroht. Er erbeutete rund 72.000 Euro, wurde jedoch schon Minuten nach dem Überfall geschnappt. „Wo kommt die Nähe zu den Banken her?“, wollte Richter Stefan Koller wissen. „Ich habe selbst in einer Bank gearbeitet“, antwortete der Angeklagte. Er wurde damals wegen seiner Spielschulden entlassen.

Das Motiv für den dritten Überfall war wieder akute Geldnot. Der Diabetiker gab an, er müsse dauernd teure Heilmittel selbst bezahlen, und so rutschte er immer weiter in die Schulden hinein. Besonders zuversichtlich war er bezüglich seines geplanten Coups aber offenbar nicht, denn zuhause hatte er bereits die Reisetasche mit allen Medikamenten gepackt - quasi griffbereit für einen Haftaufenthalt.

Der Schöffensenat entschied, dass die bedingte Entlassung aufgehoben wird, dazu kommen noch elf Jahre Haft für den Überfall dazu. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


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