Leichtathletik: Vojtas erstes Ziel bei Zürich-EM lautet Finaleinzug

Zürich (APA) - Platz elf 2010 in Barcelona, Platz zehn 2012 in Helsinki - geht es nach Andreas Vojta, dann darf in Zürich gerne ein größerer...

Zürich (APA) - Platz elf 2010 in Barcelona, Platz zehn 2012 in Helsinki - geht es nach Andreas Vojta, dann darf in Zürich gerne ein größerer Schritt richtig Podest erfolgen. Der 1.500-m-Spezialist ist in der Europa-Rangliste 16. und ergo nicht unbedingt Kandidat auf einen der vorderen Plätze. „Aber ich weiß genau, wie es zugehen kann“, sagte der 25-Jährige, der am Freitag ab 11.50 Uhr seinen Vorlauf bestreitet.

Nach guter Vorbereitung mit soliden Leistungen hat sich der Niederösterreicher in St. Moritz „den letzten Schliff“ geholt. Beim Diamond-League-Meeting in Glasgow drückte er im Juli seine Bestleistung auf 3:36,11 Minuten. Bei einem Meisterschaftsrennen freilich geht es vielmehr um Taktik und Durchsetzungsvermögen, denn um neue Rekorde. Und die erste Hürde ist der Vorlauf - auch für den vierfachen Leichtathleten des Jahres in Österreich.

„Das Finale ist auf jeden Fall der erste Schritt, das Mindestziel, das ich erreichen will. Es ist meine dritte EM, zweimal war ich im Finale, ich hoffe natürlich, das klappt wieder. Dann denke ich, dass ich die Erfahrung habe, dass ich dort auch vorne um eine Medaille mitfighten kann“, sagte Vojta, der einmal in seiner Karriere auf seiner Paradedistanz eine Medaille bereits knapp verpasst hat, als er 2011 bei der U23-EM Vierter war.

Bei der Universiade 2013 gewann er Bronze über 800 m. Das EM-Limit über diese Distanz hatte er übrigens heuer auch erreicht sowie ÖLV-Rekord über 1.000 m markiert, was für die Stärke auch auf Unterdistanzen spricht.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Für Zürich will Vojta keine Prognose abgeben, denn man könne nie genau sagen, wie so ein Rennen ausgehe. „Es gibt keinen Läufer in Europa, von dem mag sagt, der holt fix eine Medaille, oder der gewinnt das locker. Ich denke, wenn 12 im Finale sind, kann im Endeffekt jeder für Überraschungen sorgen. Das wird mein Ziel sein, dass ich da vorne dabei bin, dass ich um die Medaillen mitlaufen kann. Da muss dieses Mal alles passen, ich muss gut laufen und ein bisserl Glück muss dabei sein.“ Und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, nämlich dann, wenn die Post abgeht.

Vor zwei Jahren in Helsinki war Vojta als Vorlaufsieger ins Finale gerast, von dort nahm er Platz zehn, aufgeschürfte Ellbogen, Knien und zerkratzte Schienbeine mit nach Hause. Ebenso wie die schmerzhafte wie selbstbewusste Erkenntnis, dass „dieses Rennen zu gewinnen gewesen wäre“. Er habe es aber selbst verhaut, weil er sich nicht eher im Feld eine gute Position verschafft hatte. Als er 250 Meter vor dem Ziel nach vor gehen wollte, kam er zu Sturz.

„Ich hätte für den Endspurt noch Reserven gehabt. Ich hatte die Chance auf eine Medaille. Aber auf allen Vieren ist man zu langsam. Aber nicht die Beine, sondern der Kopf hat mir diese Platzierung eingebrockt“, betonte er damals. Freilich hat Vojta nach Nationenwechseln nun starke Konkurrenz dazubekommen, Ilham Tanui Özbilen (vorher Kenia, jetzt Türkei/in Helsinki Sechster) und Homiyu Tesfaye (Äthiopien/Deutschland) zählten heuer zu den drei Stärksten, Bester der Rangliste ist EM-Titelverteidiger Henrik Ingebrigtsen aus Norwegen.

Das Letzigrund-Stadion von Zürich kennt der von Wilhelm Lilge trainierte Vojta bereits, 2010 war er bei seinem Debüt in Rahmen eines Diamond-League-Meetings im U23-Bewerb mit dabei. „Es ist ein sehr schönes Stadion und ein Leichtathletikpublikum, das sich auskennt und begeistert ist.“ Eingeladen war der in Wien geborene Gerasdorfer damals, weil er bei der EM zuvor in Barcelona Elfter geworden war. Als Nummer 66 in der Europarangliste.


Kommentieren