Eigentliche Waren für Russland in finnischen Supermärkten

Helsinki (APA) - Die Lebensmittelregale in Finnlands Supermärkten werden in den nächsten Wochen einen ungewohnten Anblick bieten. Die beiden...

Helsinki (APA) - Die Lebensmittelregale in Finnlands Supermärkten werden in den nächsten Wochen einen ungewohnten Anblick bieten. Die beiden dominierenden Einzelhandelsketten S-ryhmä und Kesko haben damit begonnen, ihre für den russischen Markt bestimmten Produkte schrittweise und zu verbilligten Preisen in ihren einheimischen Filialen zu verkaufen. Zunächst betrifft das vor allem Milchprodukte.

Die finnische Lebensmittelbehörde Evira hatte bereits Anfang der Woche bekannt gegeben, die Kennzeichnungspflicht für Nahrungsmittel in den offiziellen Landessprachen Finnisch und Schwedisch befristet außer Kraft zu setzten. Dann kann man „Moloko“ (russisch für Milch) kaufen.

Der Schritt erwies sich als notwendig, weil viele finnische Produzenten ihre für Russland abgepackten Waren wegen der EU-Sanktionen und der Gegensanktionen Moskaus nicht mehr am Zielort loswerden können.

Eine Erhebung der finnischen Handelskammer ergab indes am Donnerstag, dass sich rund die Hälfte der finnischen Produzenten von den Embargos Brüssels und Moskaus betroffen fühlen. Die Situation ist für die finnische Exportwirtschaft wegen der starken Ausrichtung nach Osten prekär. Russland ist derzeit insgesamt der zweitwichtigste Handelspartner des nordeuropäischen Landes.


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