53.000 Flüchtlinge in Italien zurzeit untergebracht

Rom (APA) - 53.000 Flüchtlinge sind zurzeit in Auffanglagern in Italien untergebracht. Die meisten davon, rund 28 Prozent, halten sich auf S...

Rom (APA) - 53.000 Flüchtlinge sind zurzeit in Auffanglagern in Italien untergebracht. Die meisten davon, rund 28 Prozent, halten sich auf Sizilien auf, berichtete der italienische Innenminister Angelino Alfano am Donnerstag bei einem Besuch auf der Mittelmeerinsel Lampedusa.

„Italien und vor allem Sizilien zahlen einen hohen Preis für die Instabilität in Libyen, wir müssen diesen Preis jedoch zahlen“, betonte der Minister. Er arbeitet mit dem italienischen Gemeindeverband ANCI an einem Plan, um die Flüchtlinge auf mehrere Regionen Italiens zu verteilen, da die Auffanglager auf Sizilien längst heillos überfüllt sind. Jede italienische Region muss einen Beitrag im Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand leisten, lautete die Losung der Regierung Renzi.

Zwischen August 2013 und Ende Juli 2014 seien in Italien 35.000 Asylanträge eingereicht worden, 24.000 davon wurden angenommen. Circa 98.000 Flüchtlinge sind laut Schätzungen der Regierung seit Jahresbeginn nach Seefahrten in Süditalien eingetroffen.

Italien habe den Einsatz gegen Schlepperbanden verschärft. Seit Mai seien 539 Schlepper festgenommen worden. Die meisten stammen aus Tunesien und Ägypten, berichtete Alfano

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Italien hat im Oktober mit dem Kontrollprogramm „Mare Nostrum“ zur Rettung von Flüchtlingen in Seenot begonnen. Die Schiffe der italienischen Marine sind seitdem im Dauereinsatz. Der Innenminister drängte die EU, Italien konkrete Unterstützung im Umgang mit der Flüchtlingswelle zu sichern. „Europa muss uns eine Antwort geben, ansonsten wird Italien einen Beschluss bezüglich des Einsatzes ?Mare Nostrum ? zur Rettung der Flüchtlinge im Mittelmeer ergreifen müssen“, sagte Alfano.


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