Ukraine öffnet Gasnetz für ausländische Investoren

Kiew (APA/Reuters) - Inmitten der Auseinandersetzung mit Russland hat die Ukraine ihr Gasnetz für westliche Investoren geöffnet. Das Parlame...

Kiew (APA/Reuters) - Inmitten der Auseinandersetzung mit Russland hat die Ukraine ihr Gasnetz für westliche Investoren geöffnet. Das Parlament in Kiew billigte am Donnerstag ein Gesetz, wonach sich Firmen aus den USA oder der EU an den Gasleitungen beteiligen können. Dies soll allerdings in Form von Gemeinschaftsunternehmen geschehen, bei denen 51 Prozent der Anteile in ukrainischer Hand bleiben.

Die Ukraine will damit Mittel für die Modernisierung des Netzes gewinnen und sicherstellen, dass sie Transitland für russische Gaslieferungen an den Westen bleibt. Da die Ukraine und Russland in einem Handelskrieg sind, wird in Kiew befürchtet, der vom russischen Staat dominierte Gazprom-Konzern könne das Land umgehen. Transitgebühren sind aber eine wichtige Einnahmequelle für die Ukraine, die seit Mitte Juni selbst nicht mehr mit russischem Gas beliefert wird.

Russland treibt den Bau der South-Stream-Pipeline voran, die die Ukraine südlich umgeht. Die North-Stream-Leitung verbindet Deutschland über die Ostsee bereits direkt mit Russland. Bei einer Beteiligung westlicher Firmen würden russische Gas-Sanktionen nicht mehr allein die Ukraine treffen.

Der staatliche Versorger Naftogaz hatte zudem gefordert, westliche Abnehmer sollten ihre Verträge mit Gazprom so ändern, dass sie das Gas direkt an der russischen Westgrenze kaufen und nicht, wie jetzt üblich, nach dem Transit durch die Ukraine. Damit könnten bei Lieferunterbrechungen Vorwürfe entkräftet werden, die Ukraine zweige für den Westen bestimmtes Gas bei der Durchleitung ab. 2009 waren Lieferungen nach Europa kurzzeitig unterbrochen. Russland hatte dem Nachbarland vorgeworfen, Gas aus den Transitleitungen zu entnehmen, was die Ukraine bestritt.


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