Stichwort - Die Jack Daniel‘s Höhle im Tennegebirge

Salzburg (APA) - Die Jack Daniel‘s Höhle im Salzburger Tennengebirge, in der ein polnischer Forscher bei einem Absturz in etwa 250 Metern Ti...

Salzburg (APA) - Die Jack Daniel‘s Höhle im Salzburger Tennengebirge, in der ein polnischer Forscher bei einem Absturz in etwa 250 Metern Tiefe schwer verletzt wurde, gehört zu den längsten Höhlen in Österreich. Sie reiht sich mit ihren bisher rund zehn erforschten Kilometern ungefähr als 30. längste Höhle des Landes ein, wie Johannes Mattes vom Verband Österreichischer Höhlenforscher (VÖH) der APA berichtete.

Der Eingang zur Höhle befindet sich nordöstlich des Bleikogel auf einer Seehöhe von 2.120 Metern. Der Einstiegsteil verläuft schachtartig rund 300 Meter in die Tiefe, erläuterte der Salzburger Höhlenforscher Walter Klappacher im APA-Gespräch. Forscher aus Polen würden sich seit mehreren Jahren mir der Höhle beschäftigen.

Klappacher selbst kennt lediglich den Eingangsbereich aus eigener Erfahrung. Mit seinen 72 Jahren wage er sich nicht weiter in die Tiefe der vor circa fünf bis sieben Jahren entdeckten Jack Daniel‘s Höhle, sagte er. Nach dem „canyonartigen Einstieg“ verlaufe die Höhle allerdings nicht nur vertikal sondern auch horizontal. Es handle sich jedenfalls um ein großes System mit „beeindruckenden tropfsteinartigen Gebilden“.

Von der nächsten Hütte ist die Höhle laut Klappacher in etwa zwei Stunden zu erreichen. Am Freitag sei auf dieser Höhe allerdings Schneefall möglich. Die Höhle gilt aufgrund ihrer senkrechten Schächte als „Wasserschlinger“. Im Moment dürfte es lediglich etwas feucht im Inneren sein, erklärte der Forscher. Je nach den letzten Regenmengen könne aber auch mehr Wasser durchfließen.

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Nach dem schachartigen Einstieg mit waagrechten Zwischenstufen gabelt sich die Höhle in etwa 200 Metern Tiefe, heißt es in der Fachzeitschrift „DIE HÖHLE - Zeitschrift für Karst und Höhlenkunde“ (60. Jg./Heft 1-4/2009) zu früheren Expeditionen in das verzweigte System. Der Ostteil setzt sich demnach als trockener Canyon bis in 615 Meter Tiefe fort und endet in einer unpassierbaren Spalte.

Der Südteil führt laut der Publikation in einem breiten Gang zunächst auf eine Verzweigung in 240 Meter Tiefe zu mehreren weiter nach unten führenden Schächten. In 260 bis 380 Metern Tiefe befinden sich dort sogenannte Karkonoskie Teile. „Die Gänge werden von zauberhaften Tropfsteinbildungen geschmückt“ und der abschließende „Weiße Saal mit seinen reinweißen Sinterformen und Kristallseen“ erinnere an die berühmten Diamantenreiche 1 und 2 in der Eisriesenwelt in Werfen (Pongau), schrieben polnische Forscher in dem Fachblatt.

Zur Entstehung des Namens der Jack Daniel‘s Höhle wusste Klappacher nichts Genaueres. Es sei aber durchaus möglich, dass die Forscher in der Anfangszeit der Entdeckung eine Flasche mit hochprozentigem Alkohol beim Eingang getrunken hätten und die Bezeichnung daher komme, berichtete der 72-Jährige von ähnlichen Namensgebungen.


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