Mittlerweile fast 2.000 Ebola-Fälle gemeldet

Bis zum 11. August wurden 1.975 Infektionen und 1.069 Tote erfasst, teilte die WHO mit. In Liberia traf unterdessen das experimentelle Ebola-Mittel „ZMappl“ in wenigen Dosen ein.

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Freetown, Conakry, Lagos – Die vier von Ebola betroffenen Länder haben inzwischen fast 2.000 Fälle an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. 1.975 Infektionen und 1.069 Tote wurden bis 11. August erfasst, teilte die WHO Mittwochabend mit. Die Seuche behindert mittlerweile den Luft- und Schiffsverkehr in Afrika. In Liberia traf das experimentelle Ebola-Mittel „ZMappl“ in wenigen Dosen ein.

Binnen eines Tages seien 128 neue Fälle und 56 weitere Tote gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit. Mit einem Labortest bestätigt sind demnach bisher aber nur 1.251 Infektionen und 686 Todesfälle. Die meisten neuen Meldungen zu den bestätigten und Verdachtsfällen entfielen auf Liberia mit 71 Infektionen und 32 Toten, teilte die WHO mit. Aus Sierra Leone wurden zwischen Sonntag und Montag (10. und 11. August) 53 weitere Infektionen gemeldet, 19 Menschen starben.

Fluglinien streichen Verbindungen

In Guinea, Nigeria und Sierra Leone würden inzwischen fast alle - 94 bis 98 Prozent - der Neuinfektionen aufgespürt und die jeweiligen Kontaktpersonen erfasst. In Liberia allerdings seien zusätzliche Anstrengungen nötig, um einen solchen Wert zu erreichen. Diese Maßnahmen sind extrem wichtig, um die Seuche einzudämmen, da es keine breiter verfügbare Impfung oder Arzneimittel gibt.

Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air will wegen der Ebola-Epidemie ab dem 20. August bis auf Weiteres das ostafrikanische Kenia nicht mehr anfliegen. Der Flughafen von Nairobi ist aber ein Drehkreuz für viele Airlines - auch in Richtung Westafrika. Pro Woche gibt es rund 70 Flüge aus den westafrikanischen Staaten nach Kenia. Der internationale Luftfahrt-Dachverband IATA hat wegen des Ebola-Ausbruchs noch keine Reisebeschränkungen empfohlen, auch nicht die WHO. Dennoch hatten vergangene Wochen die arabische Fluglinie Emirates und British Airways ihre Flüge nach Guinea, Sierra Leone und Liberia wegen der Ebola-Epidemie ausgesetzt.

Wegen Ebola in Westafrika könnte Liberia eine Lebensmittelknappheit drohen. Auch andere lebenswichtige Güter können das Land kaum noch erreichen, da das Nachbarland Elfenbeinküste den Schiffsverkehr aus den betroffenen Ländern durch seine Gewässer verboten hat. Die Anordnung sei von der Hafenbehörde in der Hauptstadt Abidjan verbreitet worden, berichtete die Zeitung „Front Page Africa“ am Donnerstag.

Experimentelles „ZMapp“ in Liberia eingetroffen

Das experimentelle Ebola-Medikament „ZMapp“ ist mittlerweile in Liberia eingetroffen. Das Mittel sei Mittwochabend aus den USA nach Monrovia geliefert worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Es handle sich aber um wenige Dosen. Zuvor waren bereits zwei Amerikaner und ein Spanier mit „ZMapp“ behandelt worden. Der Spanier starb allerdings dennoch an den Folgen der Virusinfektion. Er hatte auch noch andere Erkrankungen. Liberia hatte am Montag die Zusage aus den USA erhalten, mit „ZMapp“ zwei infizierte Ärzte behandeln zu können. Danach hatte der US-Hersteller Mapp Biopharmaceutical mitgeteilt, seine Vorräte seien vorerst erschöpft. Es wird Monate dauern, die Produktion hochzufahren. Das Mittel ist bisher nur an rund einem Dutzend Makaken und Rhesus-Affen erprobt worden. Ein solches Tiermodell ist für den Menschen nur wenig aussagekräftig. (APA/dpa/Reuters)


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