Rettungsaktion für Höhlenforscher - Arzt beim Abstieg zum Verletzten

Abtenau (APA) - Der polnischen Höhlenforscher, der in der Nacht auf Donnerstag in der Jack Daniel‘s Höhle im Salzburger Tennengebirge abgest...

Abtenau (APA) - Der polnischen Höhlenforscher, der in der Nacht auf Donnerstag in der Jack Daniel‘s Höhle im Salzburger Tennengebirge abgestürzt und dabei schwer verletzt worden ist, befindet sich nicht in Lebensgefahr und ist ansprechbar. Ein Höhlenrettungsarzt befindet sich bereits auf dem Abstieg und soll in zwei bis drei Stunden beim Verletzten sein, wurde bei der Pressekonferenz um 16.00 Uhr informiert.

Der Unfall hat sich bereits um 2.00 Uhr in der Nacht ereignet. Nach Angaben der Bergrettung ist der Forscher in der Schachthöhle in rund 250 Metern Tiefe etwa sieben Meter über eine Steilstufe abgestürzt. Wie es zu dem Unfall gekommen ist, ist immer noch nicht klar. Bei dem Mann handelt es sich um den 27-jährigen Marek G. aus dem Kreis Gorzow in Westpolen.

In der Höhle herrscht eine Temperatur von drei bis vier Grad Celsius, das wichtigste sei daher die Wärme und medizinische Versorgung, sagte der Höhlenforscher und Bergretter Wolfgang Gadermayr. Der Patient sei inzwischen auch wärmeversorgt.

Wann mit der eigentlichen Bergung, die mit einer Trage durchgeführt werden soll, begonnen werden kann, werde der Arzt entscheiden, so Gernot Salzmann von der Salzburger Höhlenrettung. Der Salzburger Höhlenrettungsarzt Wolfgang Farkas ist um ca. 15.30 Uhr eingestiegen. Auf jeden Fall ist bereits klar, dass für den Transport der Trage zumindest an einer Stelle die Höhle mechanisch erweitert werden muss, und zwar in rund 60 Metern Tiefe. Dies werde mit Akkubohrern, Hämmern und Meißeln erfolgen.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Um die Kommunikation zu verbessern, wird außerdem noch eine Telefonleitung verlegt. Salzmann schätzt, dass in Summe rund zwei Tonnen Material für den Hilfseinsatz nötig sein werden. Neben den Fixseilen werden weitere Seile benötigt, weiters unter anderem Karabiner, die Trage und Medikamente. Als Stützpunkt dient die Laufener Hütte, die rund eineinhalb Gehstunden vom Höhlenausgang entfernt liegt. Hier können sich die Helfer auch aufwärmen. Beim Einstieg selbst wurde ein kleines Biwak aufgestellt.

Gadermayr beschrieb die Jack Daniel‘s Höhle als „keine einfache Höhle“. Es gebe zwar keine extreme Gefahr durch Steinschlag oder Wasser, „aber sie ist nicht zu unterschätzen, man muss sich jeden Zentimeter erkämpfen“.

Am Nachmittag standen 77 Hilfskräfte im Einsatz, schilderte Einsatzleiter Wilfried Seidl. Prämisse bei der Hilfsaktion ist laut Gadermayr das sichere Begehen der Höhle. Weder der Verletzte noch die Einsatzkräfte sollten dabei gefährdet werden.

Um 19.00 Uhr wird die Einsatzleitung erneut über den Stand der Rettungsaktion informieren.


Kommentieren