Türkische Journalisten sollen wegen Geheimnisverrats vor Gericht

Istanbul (APA/AFP) - In der Türkei sollen sich vier Journalisten von Oppositionszeitungen wegen Geheimnisverrats vor Gericht verantworten. W...

Istanbul (APA/AFP) - In der Türkei sollen sich vier Journalisten von Oppositionszeitungen wegen Geheimnisverrats vor Gericht verantworten. Wie die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ am Freitag meldete, richtet sich die Anklage gegen die Veröffentlichung eines abgehörten Gesprächs hoher Regierungspolitiker, bei dem es angeblich um die Schaffung eines Vorwandes für eine Intervention der Türkei in Syrien ging.

Der Fall hatte kurz vor den türkischen Kommunalwahlen im Frühjahr für Aufsehen gesorgt. Die Regierung hatte damals die Videoplattform YouTube sperren lassen, um die Verbreitung des Gesprächs zu verhindern.

Die Zeitungen „Cumhuriyet“ und „Aydinlik“ hatten sich über das Verbreitungsverbot hinweggesetzt und den Inhalt des Gesprächs veröffentlicht. Bei der vertraulichen Unterredung sollen Außenminister Ahmet Davutoglu, Geheimdienstchef Hakan Fidan und hohe Militärs über die Möglichkeit gesprochen haben, einen Angriff auf ein osmanisches Grabmal in Syrien zu fingieren, um einen Anlass für eine Intervention zu schaffen.

Je zwei verantwortliche Redakteure der beiden Zeitungen sollen nun vor Gericht. Laut Medienberichten soll der Prozess am 17. Dezember beginnen. Den Journalisten drohen demnach jeweils bis zu zehn Jahre Haft.

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