Bregenzer Festspiele: Familienoper zeigt zwei märchenhafte Einakter

Bregenz (APA) - Die Macht des Gesangs steht im Mittelpunkt der im Rahmen der Familienoper der Bregenzer Festspiele gezeigten Märchen „Le Ros...

Bregenz (APA) - Die Macht des Gesangs steht im Mittelpunkt der im Rahmen der Familienoper der Bregenzer Festspiele gezeigten Märchen „Le Rossignol“ von Igor Strawinsky und „L‘Hirondelle inattendue“ des polnisch-jüdischen Komponisten Simon Laks, die am Sonntag Premiere feiern. Das erste geheimnisvoll-märchenhaft, das zweite witzig-skurril, laut Intendant David Pountney „sehr geeignet für das Kind in uns allen“.

Die beiden Einakter, die in der Schlechtwetterkulisse der Seeoper „Die Zauberflöte“ gezeigt werden, kommen in dieser Kombination das erste Mal auf der Bühne des Festspielhauses zusammen. Im Fall des Auschwitz-Überlebenden Simon Laks handelt es sich sogar um eine szenische Uraufführung. Pountney ist damit im letzten Jahr seiner Intendanz nach Mieczsyslaw Weinbergs Oper „Die Passagierin“ 2010 und Andre Tchaikowskys „Kaufmann von Venedig“ 2013 ein heiterer Abschluss einer Trilogie von Uraufführungen aus dem Nachlass polnisch-jüdischer Komponisten und Holocaust-Überlebenden gelungen.

Sowohl bei Strawinsky als auch bei Laks steht die Musik selbst im Zentrum der Handlung: In „Le Rossignol (Die Nachtigall)“, einem vertonten chinesischen Volksmärchen, der bezaubernde Gesang der unscheinbaren Nachtigall, bei Laks‘ „L‘Hirondelle inattendue (Die unerwartete Schwalbe)“ ein Chanson der unfreiwilligen Heldin des Stückes, der menschlichen Vorstadt-Schwalbe inmitten einer Welt von Tieren.

In beiden Stücken geht es um das Eindringen der Hauptdarstellerinnen in eine ihnen fremde Welt und um Rivalität. Die Nachtigall wird unfreiwillig aus ihrem natürlichen Lebensraum an den Hof des chinesischen Kaisers und damit einem strikten oberflächlichen Hofzeremoniell ausgesetzt. Als sie in Wettstreit mit einer mechanischen Nachtigall des japanischen Gesandten treten soll, verlässt sie gekränkt die Gesellschaft und wird des Hofes verwiesen. Die Schwalbe, in Anspielung an das berühmte französische Chanson „l‘Hirondelle du Faubourg“ eine „Schwalbe der Vorstadt“, findet sich im Paradies der berühmten Tiere wieder, die zwar eine Schwalbe, nicht aber eine menschliche erwarten.

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(S E R V I C E: 69. Bregenzer Festspiele bis 24. August 2014. Familienoper: Szenische UA „L‘Hirondelle inattendue“, Märchen-Oper von Simon Laks, sowie Premiere „Le Rossignol“ von Igor Strawinsky, Vertonung eines chinesischen Volksmärchens - Aufführungen 17. August, 11.00 Uhr, und 18. August, 19.30 Uhr, www.bregenzerfestspiele.com)


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